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Pressemitteilung vom 15.06.2010
Nicht zu früh und massiv reduzieren!
Sommer-Schluss-Verkauf erst ab 26. Juli 2010!

Die Frühjahr/Sommer-Saison im Modefachhandel war bisher von Auf und Abs geprägt. Das frühe Osterfest bescherte dem Modehandel trotz des langen, kalten Winters einen guten Saisonstart im März. Im April folgten schwächere Wochen, die einige Marktteilnehmer zu „Mid-Season-Sales“ verleiteten. Nach einem guten Start in den Mai ebbte die Kundennachfrage in den letzten Wochen wieder merklich ab, so dass bereits wieder die ersten Sale-Schilder und Rabattaktionen auftauchen.

Allerdings betreffen die Reduzierungen derzeit vielfach Übergangsware und ältere Monatsprogramme. Und die Preisstürze sind zudem oft moderat. Die „Sale“-Plakate im Schaufenster suggerieren dem Kunden – und dem Wettbewerb - jedoch meist umfassendere Reduzierungen als sie tatsächlich vorgenommen wurden. Jeder Modehändler sollte sich deshalb vor einer überstürzten „Preis-Reaktion“ erst einmal über die tatsächliche Situation beim Mitbewerber informieren.

Tatsache ist aber auch: Es kann betriebswirtschaftlich durchaus Sinn machen, jetzt Übergangsware und schlecht laufende Modelle zu reduzieren. Falsch ist es aber mit Sicherheit, für den breiten Markt bereits echte Sommermode zu reduzieren. Denn erst in den letzten Tagen waren die Temperaturen deutschlandweit so hoch, dass auch die Bedarfskäufer angesprochen wurden. Viele Kunden suchen erfahrungsgemäß ohnehin erst ab Juni nach Sommerware – werden leider aber allzu häufig nicht mehr fündig.

Bestätigt wird dies durch eine Studie der GfK Textilmarktforschung aus dem Jahr 2007. Danach kaufen immer mehr Menschen ihre Bekleidung spontan, und zwar 64 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer. Und sie ärgern sich, wenn sie im Juli oder August kein ausreichendes Angebot von Sommerware mehr vorfinden. Mehr als die Hälfte der befragten Konsumenten empfiehlt dem Modehandel deshalb, seine Sortimente mehr den tatsächlichen Temperaturverläufen anzupassen. Tatsächlich zeigen Abverkaufsanalysen bei Großfilialisten, dass die meisten T-Shirts im August verkauft werden.

Das bedeutet: Zumindest im breiten Markt sind allzu frühzeitige, plakative und „Wetter-unabhängige“ Reduzierungen nicht sinnvoll. Es besteht die realistische Chance, die Phase mit regulären Preisen merklich zu verlängern und damit die Rendite – wie auch die Glaubwürdigkeit der Preisgestaltung im Modehandel - deutlich zu erhöhen. Punktuelle Preisnachlässe bei schwer verkäuflichen Artikeln oder bei Restanten von Monatsprogrammen bleiben dabei außen vor.

Der BTE appelliert vor diesem Hintergrund eindringlich an den Textilhandel, den Rotstift bis zum tatsächlichen Saisonende mit Augenmaß anzulegen. Als Datum für den Beginn des nächsten Sommer-Schluss-Verkaufs empfiehlt der BTE den 26. Juli 2010. Dies ist der letzte Montag im Juli und damit der vom Kunden „gelernte“ Starttermin.