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Pressemitteilung vom 28.06.2010
Warenüberhänge auch dem Fachhandel anbieten
BTE-Präsidium appelliert an Lieferanten

Mitte Juni kam das BTE-Präsidium unter der Leitung von Steffen Jost zu seiner turnusmäßigen Sitzung zusammen. Dabei wurde konstatiert, dass das Geschäft im Modehandel in den ersten fünf Monaten meist zufriedenstellend bis gut gelaufen ist. Angesichts der oft vorsichtigen Warendisposition konnten zudem vielfach die Erträge gesteigert werden.

Kritisiert wurden die im Frühjahr zunehmend aufgetretenen „Mid-Season-Sales“.  Zwar betrafen diese Aktionen oft nur Übergangsware, doch geben sie den Kunden das falsche Signal, dass schon früh in der Saison umfangreiche Reduzierungen vorgenommen würden. Gewünscht hätte sich das Präsidium stattdessen mehr werbliche Hinweise auf neu eingetroffene Sommerware.

Gelobt wurde die aktuell gute Balance zwischen dem Warenangebot der Industrie und der Nachfrage des Handels. Die in manchen Jahren starke Überproduktion der Lieferanten konnte dank besserer Planung eingedämmt werden. Doch kritisierte das BTE-Präsidium, dass interessante Posten heute fast ausschließlich den expandierenden Internet-Vermarktern wie brands4friends, BuyVIP oder vente-privee und nicht mehr den eigenen Fachhandelskunden angeboten würden. Zudem dürfe es keinesfalls vorkommen, dass dort vorzeitig Ware der aus aktuellen Saison zu reduzierten Preisen angeboten werde.

Darüber hinaus informierte sich das BTE-Präsidium über die aktuellen steuerpolitischen Aussichten. Der Kölner Niederlassungsleiter der Unternehmensberatung KPMG, Jürgen Sievert, äußerte die Erwartung, dass das Anfang Juni beschlossene Sparpaket noch nicht das Ende der Bemühungen darstellt. Bewegung prognostizierte er im Bereich der reduzierten Umsatzsteuer, eventuell auch beim Spitzensteuersatz. Auch die Reform der Kommunalfinanzierung sei in dieser Legislaturperiode noch möglich. Dagegen sei im Bereich der Vermögens- und Erbschaftsteuer wegen der Komplexität des Themas (Bewertungsprobleme!) kaum eine Änderung zu erwarten.