· 

2017: 770 Bekleidungshändler verschwanden vom Markt

Neue Umsatzsteuerstatistik erschienen

 

Dieser Tage veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Umsatzsteuerstatistik für das Jahr 2017. Dies ist die einzige Erhebung, die im Rahmen einer Vollerhebung sämtliche Umsätze im deutschen Einzelhandel erfasst, so auch im Bekleidungsfachhandel. Dazu zählen alle Unternehmen, die über 50 Prozent ihres Umsatzes stationär mit Bekleidung erzielen.

Danach hat der „stationäre Facheinzelhandel mit vorwiegend Bekleidung“ 2017 Einbußen erlitten. Per Saldo schrumpfte die Zahl der Bekleidungsspezialisten gegenüber dem Vorjahr um 770 bzw. 4,4 Prozent auf 16.542 Unternehmen. Der Umsatzverlust war mit einem Minus von 617 Millionen netto bzw. 1,9 Prozent etwas weniger gravierend. Insgesamt erzielte der Bekleidungshandel damit in 2017 einen Netto-Umsatz in Höhe von 32,1 Mrd. Euro.

  

Für die anderen textilen Branchen lief das Jahr 2017 etwas besser. Für den „Einzelhandel mit vorwiegend Textilien“, der vor allem Betten-, Handarbeit- und Meterwarengeschäfte umfasst, wurde für diese Jahr ein Umsatzplus in Höhe von 0,7 Prozent auf insgesamt knapp 4,5 Mrd. Euro errechnet; die Zahl der Unternehmen blieb hier unverändert bei 10.094. Noch etwas besser war die Entwicklung im Gardinen- und Teppicheinzelhandel mit einem Umsatzplus in Höhe von 0,9 Prozent auf fast 3,1 Mrd. Euro. Hier ging die Zahl der Unternehmen 2017 um 151 bzw. 3,6 Prozent auf 4.015 zurück.

  

Ähnlich wie bei Bekleidung war auch die Entwicklung in der Schuh- und Lederwarenbranche. Bei den Lederwarenspezialisten waren die Einbußen bei der Unternehmenszahl und den Umsätzen etwas niedriger als im Modehandel, bei den Schuhen dagegen deutlich höher. Um 4,6 Prozent auf 5,1 Mrd. Euro gewachsen ist 2017 dagegen der Umsatz des Sportfachhandels, der auch bei der Unternehmenszahl um 0,3 Prozent auf 5.176 zulegen konnte.

 

Zum Vergleich: Der gesamte Netto-Umsatz des deutschen Einzelhandels (stationär und online, ohne Kfz) ist 2017 um 3,7 Prozent auf 625,3 Mrd. Euro gestiegen, obwohl die Zahl der Unternehmen um 1,4 Prozent fiel. Überdurchschnittlich war hierbei die Entwicklung des Versand- und Internethandels, der beim Umsatz um 12,1 Prozent auf 50,3 Mrd. Euro zulegen konnte. Hier stieg die der Zahl der Unternehmen um 8,3 Prozent auf insgesamt 17.864!