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BTE-Stellungnahme zum „Grünen Knopf“

Der BTE unterstützt die Ziele des Siegels „Grüner Knopf“, die Textil- und Bekleidungsbranche nachhaltiger zu gestalten. Um neben den bereits bestehenden Siegeln ein zusätzliches starkes Siegel zu etablieren, sind die breite Marktabdeckung und ein hoher Bekanntheitsgrad als Verbrauchersiegel eine wichtige Voraussetzung. Damit sich die Wahrnehmung des Siegels zukünftig optimal verbreitet, hält der BTE abgestimmte Marketingkampagnen der teilnehmen Unternehmen und des BMZ für sinnvoll. Nur wenn Produkte mit dem „Grünen Knopf“ auch im stationären Handel zu finden sind, kann der stationäre Einzelhandel den Bekanntheitsgrad durch gezielte Marketingmaßnahmen fördern.

 

Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang eine Verzahnung des „Grünen Knopfes“ mit den Bedingungen bzw. Inhalten des Textilbündnis. Unverständlich für den BTE ist, dass der „Grüne Knopf“ die Anstrengungen der am Textilbündnis beteiligten Unternehmen nicht honoriert. Dort arbeiten die Unternehmen konstruktiv gemeinsam an kontinuierlichen Verbesserungen in den Lieferländern. Der BTE plädiert deshalb dafür, dass die am Textilbündnis beteiligten Unternehmen je nach Erfüllungsgrad ebenfalls die Kriterien des „Grünen Knopfes“ abdecken.

 

Die Einführung des neuen Siegels darf weiterhin nicht zu übermäßigem Mehraufwand und Bürokratie für die Unternehmen führen. Vor diesem Hintergrund wäre es nach Ansicht des BTE besser gewesen, wenn bei der Festlegung des Zeitpunktes zur Einführung des „Grünen Knopfes“ die Herstellungszeiträume und Lieferzeiten mit etwa einem Jahr Vorlaufzeit berücksichtigt worden wären.

 

Problematisch erscheint für den BTE aktuell die konkrete Prüfung der Voraussetzung für die Erteilung des Siegels. Bereits zum Start konnten mangels ausreichender Kapazitäten nicht alle potentiellen Unternehmen berücksichtigt werden. Da bei den aktuellen Teilnehmern oft auch nur einzelne Produkte geprüft werden, scheint der Weg zu einem weit verbreiteten Siegel noch lang. Hier müssen noch Prüf-Kapazitäten geschaffen werden, damit die Kontrollen zügig und ohne unnötige Hürden durchgeführt werden können.

 

Kritisch bewertet der BTE zudem, dass es sich beim „Grünen Knopf“ aktuell um ein rein nationales Projekt handelt. Da die Lieferketten bei global agierenden Unternehmen grundsätzlich international ausgerichtet sind und Waren nicht exklusiv für einzelne Märkte produziert werden, sollte der „Grüne Knopf“ mindestens europaweit, besser noch global akzeptiert werden. Da eine nachträgliche Europäisierung oder Internationalisierung von nationalen Projekten erfahrungsgemäß schwierig ist, wäre für den BTE eine frühzeitige Einbindung zumindest der EU unbedingt wünschenswert gewesen!