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Plastiktüten: Verbot ab 2020 geplant

Dank der Selbstverpflichtung des Handels konnte der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland auf 20 Tragetaschen pro Einwohner gesenkt werden. Dies entspricht einem Rückgang von 64 Prozent seit 2015. Trotz des Erfolgs erwägt das Bundesumweltministerium das komplette Verbot von Plastiktüten im Handel ab 2020.

 

Zuwiderhandlungen sollen dann mit Strafen von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Ministerium von Bundesumweltministerin Svenja Schulze vorgelegt. Der HDE reagierte auf diese Ankündigung mit Unverständnis, da die gemeinsam formulierten Ziele, die mit der Selbstverpflichtung erreicht werden sollten, übererfüllt wurden. Tatsächlich erfüllt Deutschland mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 20 Plastiktüten schon heute bei weitem die EU-Vorgabe für 2025, die bei höchstens 40 Stück liegt.

Angesichts der Tatsache, dass Plastiktüten nur einen Prozent des gesamten Plastikmülls in Deutschland ausmachen, hält der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp die Ankündigung von Schulze für reine Symbolpolitik: „Die Umweltministerin proklamiert für den stationären Handel Plastikfreiheit, währenddessen der Onlinehandel damit weiterhin fleißig seine Pakete füllt. Und Lizenzentgelte, um damit die anschließende Entsorgung zu bezahlen, werden auch nicht abgeführt.“ Außerdem, so Tromp weiter, stelle sich die Frage nach umweltfreundlicheren Alternativen.

 

Nach dem geplanten Inkrafttreten des Gesetzes Mitte kommenden Jahres soll es eine Übergangsfrist von sechs Monaten geben, in der Restbestände abverkauft werden dürfen. Das Verbot umfasst auch bio-basierte und biologisch abbaubare Plastiktüten.

 

Unterdessen hat Galeria Karstadt Kaufhof angekündigt, ab Mitte 2020 ganz auf Plastiktüten verzichten und das Thema Nachhaltigkeit insgesamt viel stärker in das Geschäftsmodell integrieren zu wollen.