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Anders Kristiansen, Esprit: „Ohne unsere Handelspartner sind wir nichts“

Der Wholesale steht wieder im Vordergrund der Esprit-Strategie. Dieses Versprechen hatte Anders Kristiansen für die Teilnehmer des diesjährigen DMHK im Gepäck. Der Däne ist seit eineinhalb Jahren neuer CEO und hat sich einiges vorgenommen. Sein Ziel: Esprit soll wieder eine Iconic Brand mit einem klaren Profil werden.

 

Fehlende Designhandschrift, schlechte Qualität, austauschbare Produkte, Vernachlässigung der Partner, Rabattschlachten, keine Markenbegehrlichkeit – die Liste der Fehler, die Kristiansen selbst aufzählte, war lang. Alles zusammen hat dazu geführt, dass Esprit in den vergangenen zehn Jahren 60 Prozent seines Umsatzes eingebüßt hat. „Wir waren nicht nah genug an den Kunden – weder an den Endverbrauchern noch an unseren Wholesale-Partnern. Das wird sich ändern. Wir haben alles auf den Kopf gestellt und wissen, dass mutige Schritte notwendig sind, um Esprit wieder zu einer begehrlichen Marke zu machen, mit der sich im Modehandel gut Geld verdienen lässt. Nur wenn es unseren Partnern gut geht, geht es auch uns gut.“

 

Vor seinem Start bei Esprit, so gab Kristiansen Einblick in interne Zahlen, sind über die eigenen Kanäle nur 16 Prozent des Sortiments zu einem regulären Preis verkauft worden. Diese Preisschlachten werde es nicht mehr geben. Außerdem wurden 30 Millionen Euro in die Verbesserung der Passform- und Produktqualitäten investiert. Die Hauptkollektion sowie auch die junge Marke edc werden deutlicher positioniert, damit die Kunden wissen, wofür die Marken stehen. Für edc werde außerdem gerade ein neues Storekonzept erarbeitet.

 

Die Handelspartner können zukünftig auch auf das E-Commerce-Lager zugreifen

 

Mit einem neuen Ordertool soll den Wholesale-Partnern eine optimale Business-Plattform geboten werden, die ihnen auch den Zugriff auf das gesamte Lager ermöglicht. Bisher konnten sie nicht auf das E-Commerce-Lager zugreifen, sodass sie in der Lieferfähigkeit gegenüber dem Onlineshop von Esprit benachteiligt waren.

 

Dass die ersten Maßnahmen bereits Früchte tragen, bestätigt z.B. Franchisepartner Heiko Ronge, der mit Esprit zuletzt ein operatives Ergebnis (Ebit) von 1,2 Millionen Euro erzielte (VJ: minus 53.150 Euro) und 40 Prozent weniger Abschriften hatte.