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Christian Greiner, Wöhrl: „Die Mitarbeiter mit auf die Reise nehmen“

Die Mitarbeiter-Kommunikation war für Christian Greiner nach der Übernahme von Wöhrl die wichtigste Stellschraube für die notwendige Transformation des in Schieflage geratenen Modefilialisten. „Wir sind in jedes Haus gefahren und haben mit allen Mitarbeitern gesprochen, um ihnen Transparenz über die aktuelle Situation zu geben.“

 

„Verunsicherte und schlecht gelaunte Mitarbeiter können keine Kunden begeistern. Deshalb ist es wichtig, sie mit auf die Reise zu nehmen, ihnen die Situation offenzulegen und Entscheidungen zu begründen“, erklärt der 40-Jährige im Podiumsgespräch mit Michael Werner, Chefredakteur der TextilWirtschaft. Greiner ist nicht nur Inhaber von Wöhrl, sondern seit kurzem auch Vorstandsvorsitzender von Ludwig Beck in München.

 

In den letzten Jahren vor der Übernahme war es bei Wöhrl versäumt worden, ein eigenständiges Profil zu entwickeln. Jede Filiale führte ein Eigenleben, ohne dass die Dachmarke Wöhrl eine Richtung vorgegeben hat, so die Einschätzung von Greiner. „Wir haben als Erstes intensiv daran gearbeitet, den Mitarbeitern Spaß und Glauben an die eigene Stärke wiederzugeben. Begeisterung ist der Schlüssel zu einer besseren Conversion Rate und zu mehr Umsatz.“

 

„Wir verdienen wieder Geld“

 

Parallel zu diesen Maßnahmen wurden die Schlüsselpositionen bei Wöhrl neu besetzt und die Einkaufsstrategie besser fokussiert auf Marken, Styles und Trends. „Unsere Kernkompetenz als Händler ist es, für unsere Kunden eine Vorauswahl zu treffen und das Sortiment zu kuratieren. Das gelingt uns jetzt wesentlich besser. Wir verdienen wieder Geld und können investieren“, freut sich Greiner.

 

Das Online-Business sei für ihn nur eine Ergänzung und mache erst dann Sinn, wenn das Unternehmen in den Filialen ausreichend performt. „Wir müssen erst unsere Hausaufgaben als stationärer Händler machen, bevor wir ins Onlinegeschäft einsteigen können. Ausgeschlossen ist es selbstverständlich nicht, zumal die Einstiegshürden heutzutage geringer sind als noch vor ein paar Jahren.“