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Franco Savastano, Globus: „Wir können von Hotels viel lernen“

Bis vor kurzem noch CEO bei Jelmoli, ist Franco Savastano nun als General Merchandise Manager bei Globus damit beauftragt, dem Schweizer Filialisten ein Trading up zu verpassen. „Dies bedeutet sowohl die Kultur des Einkaufens als auch die des Verkaufens nachhaltig zu verändern. Das wichtigste Produkt in unserem Business ist der Service“, weiß der Italiener.

 

„In dieser Hinsicht können wir von der Hotellerie viel lernen. Auch für einen Department Store gilt, dass die Menschen dort nur dann ihre Zeit gerne verbringen, wenn sie sich wohlfühlen, nette Menschen treffen und Neues entdecken. Die angebotenen Produkte spielen dabei nur eine Nebenrolle. Viel entscheidender sind die Menschen, die dort arbeiten.“

 

In seiner Zeit bei Jelmoli hat er dafür gesorgt, dass die Einstellungskriterien geändert wurden. Sie sahen vor, dass neue Mitarbeiter nicht älter als 35 Jahre sein durften. „Wir haben das Programm 50plus gestartet und gezielt nach älteren Mitarbeitern mit Persönlichkeit gesucht. Sie sind nicht einfach zu führen, begegnen aber den Kunden auf Augenhöhe.“

 

„Auch im Einkauf braucht es Persönlichkeiten mit Mut“

 

Auch im Einkauf, davon ist der 52-Jährige überzeugt, braucht es Persönlichkeiten mit Bauchgefühl und den Mut, neue Marken auszuprobieren und die Sortimente spannend zu gestalten.„Das setzt natürlich voraus, dass dem Einkaufsteam von Seiten der Unternehmensführung auch genügend Vertrauen und Zeit gegeben wird, um Neues zu entwickeln. Das ist oft nicht der Fall.“

 

Ein großes Problem der Branche ist für ihn auch die anhaltende Rabatteritis. Für den Black Friday hat er beispielsweise überhaupt kein Verständnis und will sich dafür einsetzen, dass Globus ab dem nächsten Jahr nicht mehr an den Rabattaktionen teilnimmt: „Wir machen damit in der wichtigsten Verkaufszeit des Jahres die Preise kaputt. Das ist aus meiner Sicht völlig sinnlos.“