· 

Jörg Labatz, Cartoon: „Unser Online-Shop ist ein wichtiger Kunden-Touchpoint“

Auf welche Vertriebskanäle setzen Marken wie Cartoon und Luisa Cerano heute und in der Zukunft? Für beide DOB-Marken gilt: Der Wholesale-Bereich ist das wichtigste Standbein. Cartoon erzielt aber inzwischen 30 Prozent seines Umsatzes über den direkten Verkauf an die Kundinnen wie z.B. über den eigenen Onlineshop. Seit zwei Jahren ist auch Luisa Cerano mit einem eigenen Webshop präsent.

 

Im Podiumsgespräch mit Jelena Faber, Ressortleiterin TextilWirtschaft, erläuterten Jörg Labatz, Head of Division für Cartoon und Vera Mont bei der Betty Barclay Group, sowie Jürgen Leuthe, Geschäftsführer Luisa Cerano, ihre Vertriebsstrategien. Für Jörg Labatz ist es für Marken wie Cartoon und Vera Mont unerlässlich, alle Kanäle zu bespielen: „Natürlich erzielen wir über unseren Webshop relevanten Umsatz und erreichen inzwischen auch eine schwarze Null. Noch wichtiger ist es für uns aber, einen eigenen Kunden-Touchpoint zur Datengewinnung zu haben.“ Die größten Anstrengungen seines Teams gelten aber weiterhin vor allem der Produktentwicklung und der Optimierung der Wertschöpfungskette u.a. zur Verkürzung der Lead-Time, denn das Kerngeschäft der Betty Barclay-Marken hänge von der Produktivität auf den Flächen der Einzelhandelspartner ab.

 

Relevanz und Sichtbarkeit auf den Flächen ist entscheidend

 

Die Relevanz und Sichtbarkeit auf der Fläche zu stärken, hat auch bei Luisa Cerano höchste Priorität. „Trotzdem müssen wir uns natürlich mit anderen Vertriebskanälen beschäftigen. Auch im Hinblick auf das internationale Geschäft. Aktuell erwägen wir den Ausbau des Plattform-Business, weil es gerade in Märkten wie Russland und China einfacher ist, über Plattformen zu verkaufen als dort einen eigenen Onlineshop aufzubauen“, erläutert Jürgen Leuthe. In Deutschland gibt es erst seit 2017 einen Webshop, in dem die Kunden direkt kaufen können. Außerdem ist die DOB-Premiummarke in ausgewählten Shops der Wholesale-Partner, wie z.B. Breuninger erhältlich. „Wir schauen uns die Shops vorher genau an und stimmen dem Online-Vertrieb nur zu, wenn Auftritt und Wettbewerbsumfeld zu uns passen.“ Auch bei Plattformen ist Luisa Cerano vorsichtig. Aktuell wird nur mit Farfetch zusammengearbeitet.

 

Foto: An dem Podiumsgespräch mit Jürgen Leuthe (links) und Jörg Labertz (2. v. rechts) hatte auch Matthias Schulte, CEO des Softwarespezialisten Tradebyte in Ansbach, teilgenommen. Jelena Faber, Ressortleiterin TextilWirtschaft, hatte das Gespräch moderiert.