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Mischa Krewer, 43einhalb: „Die Story erzeugt Relevanz“

Je homogener die Zielgruppe, desto einfacher ist es, die Kunden zu Fans machen. Alle sind Teil einer Community und interessieren sich für die gleichen Stories. Dies gilt für den Sneaker-Store 43einhalb von Mischa Krewer genauso wie für die Frankfurter Stores Uebervart und Hayashi, die von dem Ehepaar Daniel Steindorf und Kerstin Görling geführt werden. Die Unternehmer nahmen gemeinsam an einer Podiumsdiskussion teil.

 

Bei Hayashi, einem progressiven DOB-Store am Frankfurter Börsenplatz, geht die Liebe der Kundinnen zu dem Geschäft soweit, dass sie einen Hayashi-Stammtisch gegründet haben. „Das fand ich dann schon ein bisschen krass, aber ich bin einmal hingegangen, schließlich treffen sich dort meine größten Fans“, lacht Kerstin Görling. Sie hat sich 2008 mit „ihrem One-Woman-Business“ selbständig gemacht und weiß, wie wichtig Kundenbindung ist und wie sehr diese von ihrer Person abhängig ist. Sie hat 28.000 Follower auf Instagram, postet jeden zweiten Tag und präsentiert alle Looks immer selbst. Viele Kundinnen sehen in ihr mehr eine gute Freundin als eine Geschäftsinhaberin.

 

Auch bei Uebervart ist die Nähe zu den Kunden extrem wichtig und wird von Daniel Steindorf und seinem Team gepflegt. Die Mitarbeiter fungieren zugleich als Models und sind die Gesichter des Stores. „Im Idealfall hast du unter deinen Mitarbeitern einen Bürgermeister, der in der Stadt bekannt ist und abends noch im angesagten Club als Türsteher arbeitet. Der ist authentisch und hat in der Zielgruppe ausreichend Reichweite“, so Daniel Steindorf. Ein anderes Erfolgsrezept sind für ihn Collaborations mit Marken, da die Exklusivität der Kapsel-Kollektionen für Begehrlichkeit in der Community sorgt.

 

„Die Story drumherum sorgt für Relevanz“

 

Collaborations sind im Sneakerbusiness an der Tagesordnung: „Die Story drumherum sorgt bei deinen Fans für Relevanz und ist wichtiger als das Produkt“, weiß Mischa Krewer, der selbst ein Sneakerhead ist und auch nur Mitarbeiter einstellt, die diese Leidenschaft teilen. Obwohl 43einhalb den größeren Teil der Umsätze online erwirtschaftet, möchte Krewer auf seinen Laden in Fulda nicht verzichten. „Zum einen ist der Store zur Inszenierung der Produkte und auch unserer Marke extrem wichtig und zum anderen treffen wir dort gerne Menschen, die auch sneakerverrückt sind.“

 

Foto: Das Bild zeigt die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, die von TW-Redakteurin Judith Kessler (ganz rechts) moderiert wurde. Neben Mischa Krewer (links), Daniel Steindorf (Mitte) und Kerstin Görling hatte noch Philipp Beck, Geschäftsführer der Retail Design Agentur Atelier 522 in Markdorf an dem Gespräch teilgenommen.