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Handelsmarketing: Modehandel setzt auf digitale Werbung

Ein Drittel des Marketingsbudgets wird im Modehandel inzwischen für Online-Werbung ausgegeben. Damit liegt die Fashionbranche im Vergleich zu anderen Handelsbranchen weit über dem durchschnittlichen Anteil digitaler Marketingmaßnahmen von 20 Prozent.

 

Online-Marketing hat sich damit laut EHI-Marketingmonitor zum wichtigsten Segment im Marketing-Mix des Modehandels entwickelt. An zweiter Stelle folgen POS-Marketing (26,3 Prozent) vor Direktmarketing (15 Prozent), Prospekten (12,5 Prozent), Katalogen (7,5 Prozent), Anzeigen (1,3 Prozent) und Radiowerbung (3,8 Prozent).

 

Im Handelsdurchschnitt spielen nach wie vor Medien wie Prospekte, Handzettel und Flyer mit einem Anteil von 31,2 Prozent die Hauptrolle. Das EHI geht davon aus, dass die Bedeutung digitaler Werbung auch im branchenübergreifenden Marketing-Mix weiter zunimmt. „Allerdings deutet sich ein gewisser Sättigungseffekt an. Der langanhaltende Trend kräftig steigender Zuwachsraten für digitale Budgets lässt nach und stabilisiert sich“, so Marlene Lohmann, EHI-Marketingexpertin.

Der Modehandel investiert mehr ins Marketing als der Durchschnitt

 

Auch bei den Marketingbudgets werden Unterschiede zwischen dem Modehandel und dem Handelsdurchschnitt deutlich: Mit einem Werbekostenanteil von 4,1 Prozent des Bruttoumsatzes liegt der Modehandel an zweiter Stelle hinter der Möbel- und Wohnaccessoires-Branche mit 5,3 Prozent. Der durchschnittliche Wert liegt bei 3,3 Prozent.

 

Eine weitere EHI-Untersuchung „CMO-Studie 2019 – Trends im Handelsmarketing“, die auf persönlichen Interviews mit 32 Marketingverantwortlichen aus unterschiedlichen Handelsbranchen basiert, hat ebenfalls ergeben, dass die Digitalisierung im Marketing eine große Rolle spielt und Katalysator für Marketingtrends ist. Große Erwartungen setzen die befragten Experten in innovative Marketingtechnologien. Insbesondere leistungsfähigere CRM-Tools würden neue Möglichkeiten eröffnen, die Kunden individueller und direkter anzusprechen.

 

Für alle Marketingverantwortlichen wird durch die wachsende Bedeutung und Durchdringung von Technologie eine engere Zusammenarbeit mit Fachabteilungen, vor allem mit der IT, nötig. Dazu passend nennen 63 Prozent den Aufbau der technischen Infrastruktur als wichtigstes datenbasiertes Marketingprojekt.