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Strategie 2020: Die wichtigsten To-dos für Modehändler

Multikanalvertrieb, Events/Gastronomie und innovatives Marketing – diese drei Strategiefelder sollten 2020 für stationäre Modehändler besonders im Fokus stehen, um sich im Wettbewerb erfolgreich zu behaupten. Die neue Fashion Retail-Studie des BTE zeigt verschiedene Handlungsoptionen auf.

 

Gemeinsam mit seinen KompetenzPartnern Hachmeister + Partner, Hutter & Unger, Schuhe 24/Outfits 24 und SEAK hat der BTE die aktuellen Marktbedingungen, die durch sehr viel Dynamik gekennzeichnet sind, analysiert. Haupttreiber ist die Digitalisierung, die den Endkunden eine Vielzahl an Informations- und Kaufoptionen bietet, sowie auch die Prozesse innerhalb der Unternehmen und zwischen den Marktpartnern berührt. Die Customer Journey ist insgesamt wesentlich komplexer geworden. Mit der praxisnahen Studie ‚Fashion Retail: Die Zukunft erfolgreich gestalten‘ soll den Modehändlern Orientierung in diesem dynamischen Wettbewerbsumfeld sowie Impulse für strategische Entscheidungen gegeben werden.

 

Für das laufende Jahr wurden von den Branchenexperten drei Handlungsfelder identifiziert, die im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie stehen sollten:

 

1. Multikanalvertrieb

Der zusätzliche Vertrieb über Online-Plattformen oder einen eigenen Webshop gewinnt für stationäre Händler immer weiter an Bedeutung. Aktuell liegt die Anzahl der Unternehmen, die auch online vertreiben, bei ca. 25 Prozent. Laut der Studie wächst dabei die Bedeutung von Handelsunternehmen, die Online-Shops mit einer speziellen Sortimentsausrichtung betreiben. Die Retourenquote der allermeisten Händler liegt deutlich unter 50 Prozent und damit oft unter jener von Branchengrößen wie Otto, About You oder Zalando. „Händler sind auf großen Marktplätzen austauschbar. Jeder Händler muss daher eine Strategie haben, was er online macht. Die für die Markstudie durchgeführte Analyse hat deutlich gemacht, dass viele Händler bereits live sind oder es planen. Das Thema Online ist endlich im Fachhandel angekommen und wird umgesetzt“, so Dr. Dominik Benner, Geschäftsführer von Outfits24 und Schuhe24.

 

2. Events und Gastronomie:

Dass Einzelhandel mehr als nur den Verkauf von Waren bieten muss, ist ein starker Trend, der sich auch im Jahr 2020 fortschreibt. „Wir sehen immer mehr, dass Modehäuser auf Gastro und andere Service-Angebote setzen und ihre Kern-Sortimente um spannende Zusatzartikel ergänzen“, so Prof. Siegfried Jacobs, stellvertretener Hauptgeschäftsführer des BTE. Ein anderer Trend ist die Veranstaltung selektiver Events zu denen die Kunden gezielt eingeladen werden. Für Uwe Seibicke, Partner und Gesellschafter von Hachmeister + Partner, ist dies eine neue Kundenfokussierung: „Früher war das Sortiment wichtig, heute geht ein guter Händler ganz anders vor: Er bietet Entertainment, Gastro oder Events.“

 

3. Innovatives Marketing:

„Wir können deutlich erkennen, dass immer mehr Händler in Sachen Marketing neue Wege gehen. Digitale App-Lösungen, WhatsApp und kreative Postings gewinnen immer mehr an Bedeutung“, so Andreas Unger, Geschäftsführer von Hutter & Unger. Bisher verwenden laut der Studie nur sieben Prozent der Modehäuser in Deutschland automatisierte Marketing-Tools, etwa 40 Prozent wollen diese zeitnah einführen. Facebook wird von 84 Prozent der Modehändler genutzt, Google Adwords von 51 Prozent und auf YouTube sind inzwischen 21 Prozent präsent. „Die Marketingaktivitäten haben sich bei den Modehäusern deutlich verändert: Vor fünf Jahren lagen sehr hohe Ausgaben noch im Printbereich, die nun in großen Teilen in den Online-Bereich gewandert sind“, so Prof. Siegfried Jacobs.

 

Auch Kundenkarten, die digital umgesetzt und schon heute zunehmend um Apps ergänzt werden, spielen bei immer mehr Handelsunternehmen eine wichtige Rolle, um die Kunden gezielt auf deren Smartphone anzusprechen und ihnen passgenaue Angebote zu machen. Bisher nutzen neun Prozent der Modehändler eine solche Kunden-App, 22 Prozent wollen sie zeitnah einführen.

 

Zur Marktstudie:

Die Studie „Fashion Retail: Die Zukunft erfolgreich gestalten!“ wurde vom BTE mit Unterstützung der Kompetenzpartner Hachmeister + Partner, Hutter & Unger, Outfits24/Schuhe24 und SEAK erstellt. Dabei wurden u.a. Mode-, Schuh- und Lederwarenhändler deutschlandweit nach ihren konkreten Strategien und Zukunftsplänen befragt und die Ergebnisse im Detail vorgestellt. Auf der Basis der aktuellen Herausforderungen des Fashionmarktes leiteten die Autoren der Studie zudem konkrete Handlungsempfehlungen speziell für den stationären, inhabergeführten Einzelhandel ab. Die Studie ist im Webshop des BTE zum Preis von 129 Euro inkl. MwSt. erhältlich.

v.l.n.r.: Andreas Unger (Hutter & Unger), Prof. Dr. Siegfried Jacobs (BTE), Dr. Oliver Benner (Outfits24/Schuhe24) und Uwe Seibicke (Hachmeister+Partner) mit der aktuellen Fashion Retail-Studie.