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Handelslagen: Neue Impulse für Klein- und Mittelstädte

Die Corona-Pandemie hat aktuell großen Einfluss auf die Bewertung von Handelslagen und kann auch langfristig zu Veränderungen in der Einschätzung von Standorten führen. Für Klein- und Mittelstädte können das veränderte Mobilitätsverhalten und die Zunahme von Homeoffice neue Impulse bringen.

 

In Zeiten, in denen Einkaufen weniger mit Spaß und Emotionen als viel mehr mit Bedarfsdeckung zu tun hat, gibt es bei Einzelhandelsstandorten Verlierer und Gewinner. Zu letzteren zählen gut erreichbare Fachmarkt-Center mit großen Parkplätzen. Verlierer sind Nebenlagen in Oberzentren und vor allem Shopping-Center. Dies wird in dem aktuellen EHI-Whitepaper zu Expansionstrends deutlich. „Fashion- und zuletzt zunehmend gastronomielastige Shopping-Center leben vom unbeschwerten Einkaufsbummel, ihrer Treffpunktfunktion, von Events und langer Verweildauer bei hoher Aufenthaltsqualität. Dieser Positionierung hat Corona nun zumindest kurzfristig den Boden unter den Füßen weggezogen“, weiß Lena Knopf, EHI Projektleiterin Immobilien + Expansion. Die weitere Entwicklung in der kalten Jahreszeit und die Dauer der Corona-Pandemie würden zeigen, wann und wie sehr die Menschen wieder diese Form des Shoppingerlebnisses suchen.

 

Mehr als die Hälfte der für das Whitepaper befragten Expansionsmanagerinnen und -manager aus Handel und Gastronomie gehen davon aus, dass Fachmarkt-Center sich auch langfristig positiv entwickeln werden. Die Experten erwarten außerdem, dass Klein- und Mittelstädte im Umfeld von Großstädten von dem veränderten Mobilitätsverhalten und der Zunahme von Homeoffice-Arbeitsplätzen profitieren.

 

Für Städte und Shopping Center sehen sie die vermehrte Mischnutzung von Lagen als Strategie aus der Krise, da diese mehr Lebendigkeit auch nach Ladenschluss, mehr Vielfalt und dadurch eine beständigere Frequenz nach sich zieht. Die befragten Expansionsmanager stehen alternativen Nutzungsmöglichkeiten – etwa als Wohnungen, Büros oder Arztpraxen – grundsätzlich offen gegenüber und sehen darin für ihre eigenen Filialen einen positiven Nutzen.

Datenbasis: An der Befragung für das EHI-Whitepaper Expansionstrends haben 74 Vertriebslinien aus 14 Branchen, die insgesamt über 26.000 Filialen verfügen, teilgenommen. Das EHI führte die Befragung in Kooperation mit der Hahn-Gruppe durch.