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Kunden-Studie: „Die Ansteckungskraft von Mode schlägt Corona“

„Die Lust auf Mode und Selbstdarstellung ist nicht unterzukriegen“ – der Psychologe Thomas Ebenfeld machte Mut für die Zeit nach Corona und kann sich auch Nachholeffekte vorstellen. Aber: Das Kaufverhalten der Verbraucher in Sachen Mode hat sich nachhaltig verändert. Die Kunden werden auch zukünftig mehr online kaufen, legen mehr Wert auf Nachhaltigkeit und sind gleichzeitig preissensibler geworden.

 

„Das Zeitalter des gierigen Konsumenten, der alles sofort und überall verfügbar haben wollte, ist vorbei. Viele haben festgestellt, dass sie wesentlich weniger brauchen als sie dachten und hinterfragen ihr bisheriges Konsumverhalten insbesondere auch im Segment Fashion kritisch“, fasst Thomas Ebenfeld, Managing Partner bei der Beratungsgesellschaft ‚concept m‘, die Ergebnisse der Befragung von 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher zusammen.

 

Dabei gewinnen zeitgleich zwei gegensätzliche Trends an Bedeutung: Auf der einen Seite wollen die Kunden – auch getrieben durch die Unsicherheit über die Entwicklung ihrer eigenen finanziellen Situation – zukünftig stärker auf den Preis achten. Auf der anderen Seite werden die Bedingungen, unter denen Bekleidung gefertigt wird, kritischer gesehen. Aspekte wie Nachhaltigkeit und die Arbeitsbedingungen in den Fabriken spielen der Befragung zufolge bei der Auswahl der Artikel eine größere Rolle als bisher.

 

Insgesamt verändere sich das Modeleitbild von einem eher auf Außenwirkung und Status ausgerichteten Stil in Richtung eines neuen, sinnstiftenden Modeleitbilds, in dem es eher darum geht, authentisch zu wirken und das Äußere mit dem Inneren in Einklang zu bringen. Hierin spiegelt sich auch ein übergeordneter Paradigmenwechsel in der Gesellschaft wider, bei dem die Sehnsucht nach materiellem Wohlstand und Status abgelöst wurde von der Sehnsucht nach Selbstverwirklichung und einem „guten“ Leben.

Weitere relevante Einflüsse auf das Shoppingverhalten im Segment Fashion ergeben sich aus dem Trend zur Casualisierung (Homeoffice, keine Anlässe, Events, Veranstaltungen) sowie natürlich aus der Verschiebung von Offline- zu Onlinekäufen. Fast ein Drittel der Befragten gaben an, dass sie dieses Jahr mehr Kleidung im Internet gekauft haben als letztes Jahr.

„Die Relevanz des E-Commerce wird bleiben und stellt den primär stationären Fachhandel vor die Herausforderung, seinen Kunden attraktive Multichannel-Angebote zu bieten“, so die Einschätzung von Ebenfeld.

 

Der Psychologe ist insgesamt überzeugt, dass die „Ansteckungskraft“ der Mode den Corona-Virus langfristig schlagen wird. „Mode deckt ein menschliches Urbedürfnis ab. Die Lust auf Mode und Selbstdarstellung ist nicht unterzukriegen.“