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Coronavirus: Der BTE fordert unbürokratische Hilfe

Um eine Insolvenzwelle im Mode-, Schuh- und Lederwareneinzelhandel aufgrund sinkender Kundenfrequenzen und vorübergehenden Schließungen wegen der Corona-Epidemie zu verhindern, fordert der BTE Handelsverband Textil zusammen mit den Handelsverbänden Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE) schnelle und unbürokratische Hilfen.

 

In den besonders stark betroffenen Gebieten habe sich gezeigt, dass die Auswirkungen schnell existenzbedrohende Ausmaße annehmen können. Deshalb solle die Politik ermöglichen, dass die betroffenen Unternehmen kurzfristig Kurzarbeitergeld bewilligt bekommen und die Kreditinstitute werden aufgefordert, schnelle Übergangskredite zu gewähren.

Diese seien notwendig, um zu verhindern, dass Fashionhändler aufgrund des Umsatzausfalls in Liquiditätsschwierigkeiten geraten und die Rechnungen für die bereits gelieferte Ware nicht bezahlen können.

 

Die Fachverbände argumentieren, dass der Fashionhandel mit seinem saisonalen Rhythmus besonders stark von einer epidemiebedingten Kaufzurückhaltung und Geschäftsschließungen betroffen, da Artikel aus der Frühjahrskollektion zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr zu verkaufen sind. Entgangene Umsätze, so die Befürchtung, können folglich nicht nachgeholt werden. Diese Einschätzung teilt auch der HDE in Berlin und forderte, dass der Staat mit Direktzahlungen einspringen muss.

 

Entgegenkommen auch von Vermietern wichtig

 

Oberstes Gebot sei es außerdem, die Kosten zu drücken und die Liquidität zu sichern. In diesem Zusammenhang müssten auch die Vermieter ihren Anteil leisten. „Vermieter dürfen die Coronakrise nicht ignorieren und weiter ihre üblichen Mieten verlangen“, fordert BTE-Präsident Steffen Jost.

  

Am besten wäre es, wenn die Vermieter für die Zeit der erzwungenen Geschäftsschließungen auf ihre Mietforderungen komplett verzichten. Zumindest aber eine deutliche Kürzung sei unbedingt notwendig. „Ansonsten werden viele Geschäfte die nächsten Monate nicht überstehen und wir werden eine explosionsartige Zunahme der Leerstände verzeichnen“, warnt Jost. Das kann nicht im Interesse der Vermieter sein, da leere Läden keine Mieteinnahmen bringen und sogar das allgemeine Mietniveau drücken.

 

„Vor allem institutionelle Anleger und Vermieter müssen im eigenen Interesse jetzt ihre Renditeüberlegungen zurückstellen und die Existenzen ihrer Mieter retten“, mahnt der BTE-Präsident.