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Fashion Retail: Coronakrise beschleunigt Strukturwandel

 Das Institut für Handelsforschung (IFH Köln) rechnet für das laufende Jahr im Markt für Fashion & Accessoires mit einem Umsatzverlust von bis zu 20 Milliarden Euro. Hiervon wird aufgrund der Shutdown-Phase insbesondere der stationäre Fachhandel betroffen sein. Bis 2030, so die IFH-Prognose, wird dessen Marktanteil auf ca. 40 Prozent sinken.

 

Das IFH geht in seinem neuen Branchenbericht Fashion & Accessoires davon aus, dass in den kommenden Jahren mehr als 10.000 Stores schließen werden. Der Marktanteil des stationären Modehandels, der laut IFH 2019 noch bei 55 Prozent lag, wird entsprechend weiter sinken. „Die Coronakrise hat dem Strukturwandel in der Fashionbranche eine zusätzliche Dynamik gegeben“, so Hansjürgen Heinick, Senior Consultant am IFH Köln.

Die Verschiebungen in Richtung Onlinekanal würden schneller und deutlicher realisiert als bisher angenommen. „Auch wenn der Fachhandel seine Position online weiter ausbauen kann, reichen die Onlineaktivitäten in der Summe bei weitem nicht aus, den stationären Verlust auszugleichen.“

Wie stark die Verluste tatsächlich ausfallen, welchen Anteil der Onlinehandel erreichen kann und wie viele stationäre Touchpoints es künftig noch geben wird, hänge u.a. vom weiteren Infektionsverlauf, den damit verbundenen Vorschriften und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Implikationen für den Arbeitsmarkt und für die Kaufkraft ab.

 

Insbesondere die Maskenpflicht, dies wird ebenfalls in der Studie deutlich, wirkt sich deutlich negativ auf die Kauflust aus. Etwa 50 Prozent der befragten Konsumenten sagten, dass sie ohne Maske deutlich mehr Lust aufs Shopping hätten und mehr in den Geschäften stöbern würden.