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Location Marketing: Modehandel hat noch Luft nach oben

Online suchen, offline kaufen: Immer mehr Kunden starten ihre Customer Journey via Smartphone und suchen im Web gezielt nach Informationen über lokale Anbieter in ihrer Nähe. Die Präsenz in Onlineverzeichnissen und Suchmaschinen ist deshalb für stationäre Händler enorm wichtig, wird aber häufig noch unterschätzt.

 

Die gute Nachricht zuerst: Im Vergleich zu anderen Handelsbranchen ist der Modehandel in punkto lokale Onlinemarketing-Aktivität und Präsenz auf Plattformen wie Google, Facebook oder Bing auf einem guten Weg. Allerdings gibt es noch viel Verbesserungspotenzial. Insbesondere die Datenqualität lässt dem „DAC Local Marketing Fashion Index“ zufolge zu wünschen übrig. Die Münchner Digitalagentur DAC Group hat für diesen branchenspezifischen Index die Aktivitäten von 40 Händlern mit mehr als 25.000 Filialen im Hinblick auf Präsenz, Datenqualität, Store Locator, Local Pages, Bewertungsmanagement und Local Ads untersucht.

  

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:  

  • 98 Prozent der analysierten Modegeschäfte haben ihre Adressen in Google hinterlegt; bei neun Prozent sind sie allerdings nicht korrekt.
  • 85 Prozent haben die Öffnungszeiten korrekt hinterlegt, bei 15 Prozent fehlen sie komplett.
  • Die Google-Verlinkungen führen nur bei 11 Prozent der Unternehmen auf Local Pages der Standorte.
  • Auf Bing sind 98 Prozent präsent, allerdings ist die Datenqualität hier deutlich schlechter: 15 Prozent der Einträge sind fehlerhaft. So werden z.B. die Öffnungszeiten nur bei 68 Prozent korrekt angegeben.
  • Bei Apple Maps sind 87 Prozent vertreten, nur 72 Prozent haben hier auch ihre Öffnungszeiten hinterlegt.
  • Auf Facebook sind 91 Prozent mit einer zentralen Firmenseite vertreten, allerdings selten mit lokalem Bezug: Nur 45 Prozent haben die Standorte ihrer Geschäfte hochgeladen. Und nur 40 Prozent der untersuchten Filialen haben einen komplett eigenen Auftritt auf Facebook.

 „Gerade Filialisten sollten beim lokalen Datenmanagement als Unternehmen aber auch als Standort denken“, sagt Daniel Richter, Geschäftsführer der DAC Group Deutschland. „Wichtig ist einerseits, die übergeordnete Marke herauszustellen und einen einheitlichen Unternehmensnamen zu verwenden. Genauso wichtig sind aber auch individuelle, aktuelle und korrekte Daten für jeden Standort.“

In welchen Online-Verzeichnissen sollten Modehändler präsent sein?

 

Mit dieser Frage hat sich die ebenfalls auf Location Marketing spezialisierte Berliner Agentur Uberall beschäftigt und in ihrem Blog eine Übersicht über die für den deutschen Markt sechs wichtigsten Plattformen erstellt. Bevor weitere Aktivitäten in Sachen Location Marketing unternommen werden - so die Empfehlung der Marketing-Spezialisten - sei es wichtig, dass ein Geschäft dort mit seinen Standortangaben vertreten ist. Und zwar auf allen Plattformen einheitlich mit den gleichen korrekten und vollständigen Informationen. Widersprüchliche Angaben verwirren und verärgern die Kunden unnötig, warnen die Profis für Location Marketing.

 

1. Google

 An Google kommt man nach Meinung der Agentur Uberall nicht vorbei, wenn man online Relevanz erlangen möchte. In Deutschland wird die Suchmaschine monatlich von 60 Millionen individuellen Besuchern aufgerufen. Google ist weltweit die mit Abstand am häufigsten verwendete Suchmaschine. Kurz gesagt: Google My Business ist der erste Ort, an dem man sein Unternehmen eintragen sollte.

 

2. Facebook

Wie Google eröffnet auch Facebook lokalen Unternehmen die Möglichkeit, kostenlose Unternehmensprofile zu erstellen und mit potenziellen Kunden in der Region in Kontakt zu treten. Facebook hat jeden Monat etwa 47 Millionen individuelle Besucher in Deutschland, verfügt über die größtmögliche Domain Authority und bietet die Möglichkeit, zielgruppenorientierte Werbung zu schalten. Darüber hinaus ist es eine der wichtigsten Plattformen für Kundenkommunikation und Werbeaktionen.

  

3. Gelbe Seiten  

Trotz Ursprung in der analogen Welt, hat sich ‚Gelbe Seiten‘ auch im digitalen Zeitalter als führendes Online-Branchenbuch Deutschlands behauptet und bezeichnet sich selbst als „Deutsche Unternehmensdatenbank“. Diese umfasst insgesamt vier Millionen Geschäftseinträge von Unternehmen aller Größen sowie von Selbstständigen und Freiberuflern. Die Einträge enthalten neben den üblichen NAP-Daten (Name, Adresse, Telefonnummer) auch direkte Kontaktmöglichkeiten und Informationen zu Produkten und Services. Jeden Monat nutzen zwischen drei und fünf Millionen Deutsche mit einem konkreten Geschäftsinteresse die Online-Plattform.

 

4. Apple Maps

Neben Google Maps ist Apple Maps der wichtigste Kartendienst in Deutschland. Das ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass Apple iOS das zweitbeliebteste mobile Betriebssystem in Deutschland ist. Unternehmen, die sich bei Apple Maps Connect anmelden, können sowohl die URL ihrer Website als auch ihre Facebook-, Twitter- und Yelp-Profile einbeziehen.

 

5. Bing

Bing ist in Deutschland nicht so beliebt wie in den USA, doch auch hierzulande ist die Microsoft-Lösung die zweitbeliebteste Suchmaschine, sowohl auf Desktop- als auch Mobilgeräten. Aufgrund des dominanten Marktanteils von Google glauben viele deutsche Unternehmen, dass ein Eintrag bei Bing Places nicht wichtig ist. Die Tatsache, dass viele Unternehmen Bing ignorieren, verschafft anderen damit eine ideale Gelegenheit, sich nachhaltig in den besten Suchergebnis-Rankings zu platzieren.

 

6. Yelp

Obgleich Yelp in den USA weitaus beliebter ist als in Deutschland, hat es auch hierzulande eine für Suchmaschinenoptimierung relevante Domain Authority. Mit über 100 Millionen Aufrufen im Quartal ist Yelp eine der weltweit meistgenutzten Bewertungsportale für Unternehmen. Die Anmeldung bei Yelp ist für Geschäftsinhaber kostenlos. Außerdem verfügt die Plattform über Analyse-Tools, durch die die Unternehmen z.B. die Seitenaufrufe ihrer Yelp-Seiten sowie das Klickverhalten der Besucher einsehen können.

  

Weitere Informationen zu den Plattformen finden sich in dem Blogbeitrag von Uberall.