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Start in Herbstsaison: Wie ticken aktuell die Kunden

Wie ist der Modehandel nach der verlängerten Sommersaison mit hohen Temperaturen in der ersten Augusthälfte in die Herbstsaison gestartet? Die Umsatzentwicklung deutet eine leichte Erholung an. Allerdings wurden die Umsätze teils auch mit hohen Abschriften realisiert.

  

Für Uwe Seibicke, Partner und Gesellschafter des BTE KompetenzPartners Hachmeister + Partner, hat die abgelaufene Frühjahr-Sommer-Saison eines deutlich gemacht: „Eine enge Kundenbindung über ein leistungsfähiges Kundenmanagement war in der Corona-Krise und wird auch in Zukunft erfolgsentscheidend sein.

Den Unternehmen, die hier gut aufgestellt sind, ist es am besten gelungen, die Kundenfrequenz nach Ende des Shutdowns wieder anzukurbeln und sie erreichten auch die besten Kundenwertschöpfungszahlen wie z.B. Conversion Rate“, äußerte sich der Unternehmensberater mit Blick auf das h+p-Einzelhandelspanel, das ein Volumen von mehr als acht Milliarden Euro abbildet.

 

Entsprechend unterschiedlich stelle sich innerhalb des Panels je nach Unternehmen auch die Frequenzentwicklung dar. Im Vergleich zum Vorjahr liegt sie insgesamt noch in einem zweistelligen Minus. Auch bei den Umsätzen gäbe es eine große Bandbreite an Entwicklungen - in den letzten Wochen (Juli/August) deutete sich aber eine leichte Erholung des Marktes an. Durch die Verschiebung der diesjährigen Sommersaison sei der direkte Vergleich mit dem Vorjahr allerdings nur bedingt möglich. „Die Umsatzentwicklung im Juli lag z.B. mit einem einstelligen Minus über den Erwartungen, allerdings lagen die Abschriften in diesem Monat auch deutlich über dem Vorjahr. In den ersten beiden Augustwochen waren die Abschriften mit durchschnittlich 12,2 und 16,4 Prozent ebenfalls deutlich höher als im Vorjahr“, so der Handelsexperte.

 

Die Entwicklung im dritten Quartal ist für Seibicke nur schwer einzuschätzen, da sie unmittelbar mit dem Infektionsgeschehen zusammenhänge. Insbesondere die Maskenpflicht trage nicht zur Shoppinglaune bei. Vor allem das Kaufverhalten der Männer sei nach wie vor durch Zurückhaltung geprägt, lediglich im Trendsegment entwickelten sich die Zahlen einigermaßen zufriedenstellend. In den anderen HAKA-Stilgruppen gäbe es nach wie vor ein zweistelliges Minus.

 

In der DOB performt das Segment Modern Premium mit einem kleinen Plus aktuell am besten, im Classic Mainstream wurde ein Pari erreicht. Kleider und Röcke stehen dabei in der Gunst der Kundinnen ganz oben.

  

„Aufgrund der Rahmenbedingungen und neu gelerntem Arbeitsumfeld wie z.B. Homeoffice ist es nachvollziehbar, dass sich die Verbraucher mit Business-Segmenten schwertun und sich in Richtung Casual orientieren. Dieser Trend wird noch weiter anhalten“, prognostiziert Seibicke und empfahl den Händlern, die Interaktion mit den Kunden weiter zu forcieren, um auch kurzfristig Kaufimpulse setzen zu können.