Nach Stagnation in 2024 gaben die Verbraucher im vergangenen Jahr für Bekleidung und Schuhe online 3,5 Prozent mehr aus als im Jahr zuvor. Damit gehört die Mode- und Schuhbranche zu den Wachstumstreibern im deutschen E-Commerce. Besonders beliebt war das Shopping auf Online-Marktplätzen, einschließlich asiatischer Billig-Plattformen.
Das Online-Marktvolumen des Clusters Bekleidung (Mode und Schuhe) lag 2025 nach Berechnungen des E-Commerce-Verbandes bevh bei 19,21 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Umsatzanteil im deutschen E-Commerce von 23 Prozent. Damit ist Bekleidung nach Unterhaltung (29 Prozent) das zweitgrößte Segment im deutschen Online-Handel. Insofern wirkt sich der Umsatzzuwachs von 3,5 Prozent in diesem Cluster spürbar auf die Entwicklung des gesamten Online-Handels aus. Nach Berechnungen des bevh erreichte dieser 2025 über alle Branchen ein Volumen von 83,1 Milliarden Euro (plus 3,2 Prozent).
Etwas erschreckend ist, dass 30 Prozent dieses Wachstums auf die steigende Marktbedeutung chinesischer Billigplattformen wie Shein, Temu und AliExpress zurückzuführen ist. Jede 15. Bestellung im Internet landet mittlerweile bei einer der großen Plattformen aus Asien. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Umsätze über Online-Marktplätze im Vergleich zu anderen Versendertypen insgesamt am stärksten zulegten (plus 5 Prozent).
In einer separaten Befragung ist der bevh den Gründen für den Boom dieser Billigangebote nachgegangen, die oft nicht den europäischen Qualitäts- und Sicherheitsstandards entsprechen. Dabei sei deutlich geworden, dass viele Temu- und Shein-Kundinnen und Kunden den kritischen Medienberichten nicht glauben und stärker darauf vertrauen, dass sie die Qualität selbst besser beurteilen können. Zudem hätte ein Viertel der Befragten angegeben, aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht auf diese billigen Produkte verzichten zu können. Der bevh sieht „Behörden und Zoll in der Pflicht, bestehendes Recht umfassend durchzusetzen und dadurch die Gefahren durch unsichere Produkte abzuwenden.“
Nichtsdestotrotz zeigte sich der bevh mit der Entwicklung des Marktes in 2025 zufrieden. Für 2026 rechnet der Verband gemeinsam mit den Experten des EHI Retail Institutes mit einem Wachstum von 3,8 Prozent. „Damit wird sich der E-Commerce deutlich besser entwickeln als der traditionelle Handel“, prognostiziert bevh-Präsident Gero Furchheim.
Über die Studie:
Die vom bevh vorgestellten Zahlen basieren auf der Befragung von insgesamt 40.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel im Jahr 2025. Die Studie wurde durch das Unternehmen Beyondata durchgeführt und gilt als repräsentativ.
