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EHI-Studie Zahlungssysteme: Mobile Payment boomt

Immer mehr Kundinnen und Kunden zücken an der Kasse ihr Smartphone oder eine Smartwatch. Ungeachtet dessen lieben die Deutschen weiterhin die Barzahlung. Fast jeder dritte Euro wird bar bezahlt. Die Girocard behauptet unangefochten ihren Spitzenplatz.

 

Dass Barzahlung in Deutschland nach wie vor eine erstaunlich hohe Bedeutung hat, zeigt die aktuelle EHI-Studie ‚Zahlungssysteme im Einzelhandel`‘: Im stationären deutschen Einzelhandel wurden demnach im vergangenen Jahr 32,3 Prozent des Umsatzes bar bezahlt (2024: 33,8 Prozent). Am liebsten bezahlen die Kundinnen und Kunden allerdings per Karte. Auf diese Zahlungsart entfallen 65,1 Prozent (2024: 63,5 Prozent). Am häufigsten wird dabei die Girocard benutzt (40,5 Prozent), gegenüber 2024 verliert sie ein Prozentpunkt. Hingegen verzeichnen internationale Debitkarten wie Visa und Mastercard ein Wachstum um 2,5 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent.  

Insgesamt zeigt sich: Mobile Payment ist weiter auf dem Vormarsch. Fast jede fünfte unbare Zahlung wird über die in der Wallet hinterlegte Karte per Smartphone oder Smartwatch getätigt (2024: 12,8 Prozent). Das starke Wachstum ist darauf zurückzuführen, dass immer mehr Banken diese Funktion in ihre App integrieren und Online-Marktführer PayPal jetzt ebenfalls die Zahlung an der Kasse ermöglicht.

 

Girocard bleibt beliebteste Zahlungsart im Modehandel 

Im stationären Textil- und Modefachhandel liegt der Umsatzanteil des Bargelds aufgrund der höheren Durchschnittsbons nur bei 25,2 Prozent (2024: 26,7 Prozent). Am beliebtesten ist auch hier mit einem Umsatzanteil von 38 Prozent die Girocard. Erneut deutlich gestiegen auf 18,7 Prozent ist im letzten Jahr der Anteil der Kreditkarten inkl. Debitcards VI/MC u.a. (2024: 16,5 Prozent). Die Quote der SEPA-Lastschrift ist leicht auf 14,4 Prozent gestiegen (2024: 13,5 Prozent).

 

Bei den Textildiscountern blieb das Bezahlverhalten der Kunden auch 2025 wegen der niedrigen Bons mit einem Anteil von 50,3 Prozent noch deutlich Bargeld-lastiger (2024: 51,0 Prozent). Auf Girocard entfielen hier 24,4 Prozent (2024: 22,8 Prozent), auf die SEPA-Lastschrift 15,7 Prozent (2024: 16,9 Prozent) und auf die Kreditkarte inkl. Debitcards VI/MC u.a. immerhin 8,8 Prozent (2024: 8,4 Prozent) des Umsatzes.

 

In Schuh- und Lederwarengeschäften wurde im letzten Jahr 47,5 Prozent der Umsätze per Girocard bezahlt (2024: 48,2 Prozent). Der Baranteil lag bei 30,4 Prozent (2024: 31,9 Prozent), die SEPA-Lastschrift kam fast unverändert auf 7,6 Prozent. Auf die Kreditkarte inkl. Debitcard VI/MC Pay u.a. entfielen 14,3 Prozent (2024: 12,2 Prozent) des Umsatzes.

 

Autorisierungsgebühren bei Girocard leicht gestiegen 

Die Gebühren für Girocard (mit PIN) haben sich laut der EHI-Umfrage für den Handel binnen eines Jahres leicht erhöht. Im Durchschnitt ist die Autorisierungsgebühr aktuell danach von 0,170 Prozent auf 0,177 Prozent vom Umsatz gestiegen. Sehr große Einzelhandelskonzerne liegen im Mittel fast unverändert bei 0,140 Prozent. Allerdings gibt es immer noch kleinere Unternehmen, die z.B. über die Vereinbarung von Pauschalgebühren deutlich mehr als 0,2 Prozent zahlen.

 

Noch preisgünstiger ist das SEPA-Lastschriftverfahren, das von vielen Modefachhändlern aber nur noch als Backup-Lösung für Terminal-Ausfälle benutzt wird. Zur Vermeidung von Ausfällen und damit verbundenen Arbeiten vereinbaren die meisten Unternehmen einen gebührenpflichtigen Forderungsverkauf (Factoring). Die Ausfälle liegen laut EHI mittlerweile unter 0,05 Prozent.