Der Online-Handel bleibt Wachstumsfaktor der deutschen Handelsbranche. Insbesondere im Segment Fashion & Accessoires ist der Online-Anteil nach Berechnungen des IfH Köln mit 44,2 Prozent höher als in anderen Branchen, die aktuelle Wachtumsrate ist allerdings moderat. Anbieter mit stationärer DNA tun sich mit dem Online-Business schwer.
Der Online-Handel in Deutschland wächst auch im Jahr 2026 weiter und wird nach Prognose des HDE seine Umsätze nominal um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf ein Volumen von 92,3 Milliarden Euro steigen. Dies zeigt der HDE Online-Monitor 2026 auf. Damit bleibt die Branche der Wachstumstreiber des Einzelhandels, während der stationäre Bereich voraussichtlich nur um 1,6 Prozent zulegt. Der Monitor 2026 zeigt zudem, dass alle Handelsbranchen online ein Umsatzplus verzeichnen.
Anteile und Pro-Kopf-Ausgaben im Segment Fashion & Accessoires:
22,9 Prozent des Gesamtumsatz im deutschen Online-Handel entfielen 2025 auf Fashion & Accessoires. Damit hat dieses Segment den größten Umsatzanteil im deutschen E-Commerce. An zweiter Stelle liegt das Segment Consumer Electronic mit 21,3 Prozent.
Offline verkehrt sich – wenig überraschend – das Bild. Hier entfällt mit 43,9 Prozent der höchste Umstzanteil auf das Branchensegment FMCG. Fashion & Accessoires haben nach HDE-Angaben offline nur einen Umsatzanteil von 4,5 Prozent. Diese Berechnung spiegelt allerdings nicht zuverlässig die Anteiligkeiten wider, da Umsätze, die der Lebensmitteleinzelhandel oder die Drogeriemärkte mit Bekleidung machen, nicht der Branche Fashion & Accessoires zugerechnet werden.
Wie schon im Vorjahr rücken die Online-Zuwachsraten in den Branchen insgesamt näher aneinander. Fashion und Accessoires lagen 2025 laut Monitor bei einem Online-Wachstum von 2,8 Prozent (2025). Damit hat der Online-Handel am gesamten Umsatz im Segment Fashion & Accessoires einen Anteil von 44,2 Prozent. Im Umkehrschluß wurden 55,8 Prozent der Fashionumsätze laut HDE in Deutschland im stationären Modehandel erzielt. Hier waren die Umsätze 2025 mit minus 1,5 Prozent rückläufig. Bei den Pro-Kopf Ausgaben im Segment Fashion und Accessoires hatte der stationäre Handel mit 448 Euro die Nase vorn. Die Online-Shopper haben pro Kopf 435 Euro ausgegeben.
Online-Umsätze des Fachhandels mit stationärer DNA:
Im stationären Fachhandel mit Fashion (institutioneller Facheinzelhandel) beträgt der Umsatzanteil des Online-Business 11,2 Prozent (2025), 2020 betrug der Online-Anteil 11,7 Prozent. Die Online-Anteile des Facheinzelhandels haben sich seit dem Online-Boom während Corona teilweise nur wenig verändert. Bei Fashion sind sie folglich sogar gesunken und nach wie vor weit unter dem Online-Anteil der Branche insgesamt.
Laut BTE-Berechnungen lag der Online-Anteil in der Textilbranche 2025 lediglich bei knapp 29 Prozent (siehe BTE-Factbook 2026). Grund für diese Diskrepanz zur HDE-Zahl ist u.a., dass sich die BTE-Quote auf Bekleidung (ohne Schuhe) und Haustextilien bezieht, die HDE-Quote dagegen auf Bekleidung, Schuhe und Lederwaren. Zudem ist für die BTE-Marktanteils-Zuordnung allein der Umsatzschwerpunkt der Unternehmen maßgeblich - wie auch bei der Zuordnung gemäß Umsatzsteuer-Statistik. Das bedeutet, dass beim stationären Bekleidungshandel dessen Online-Umsätze nicht herausgerechnet werden. Dagegen bezieht sich die HDE-Zahl auf den Kauf-Kanal aus Kundensicht.
Zum HDE-Online-Monitor 2026: www.einzelhandel.de/online-monitor.
