Durch asiatische Billigplattformen gehen der deutschen Wirtschaft jährlich 2,4 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren. Hinzukommt, dass sie die EU mit riskanten Produkten überfluten, sich nicht an geltende Vorschriften halten und damit einen unfairen Wettbewerb schaffen.
Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des HDE zeigt, dass die Online-Plattformen Temu und Shein einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden in Deutschland verursachen. Täglich werden rund 460.000 Pakete nach Deutschland geliefert. EU-weit sind es zwölf Millionen Pakete pro Tag. Das Problem dabei: Die beiden Unternehmen verstoßen gegen zahlreiche EU-Regeln und schaffen damit einen unfairen Wettbewerb gegenüber Anbietern in der EU.
Die Folgen sind laut IW-Studie gravierend: Die Verbraucherumfrage hat ergeben, dass 53 Prozent der Ausgaben, die aktuell an die chinesischen Plattformen fließen, sonst bei anderen Händlern umgesetzt würden. Damit entgehen dem deutschen Einzelhandel 2,5 Milliarden Euro und der gesamten deutschen Wirtschaft 5 Milliarden Euro Umsatz. Zudem verlieren Bund, Länder und Kommunen rund 429 Millionen Euro an Steuereinnahmen pro Jahr. Auch der Arbeitsmarkt ist laut IW sehr stark betroffen: mit über 40.000 verlorenen Arbeitsplätzen, darunter 28.300 im Einzelhandel.
HDE-Präsident Alexander von Preen kritisiert die Situation deutlich: „Die Politik hat bei dem Thema trotz großer Versprechungen noch immer nicht geliefert. Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere und teilweise gesundheitsgefährdende Ware in unseren Markt und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins. Denn anders als Temu und Shein werden die hiesigen Unternehmen streng kontrolliert und halten sich an alle Gesetze und Steuersätze“.
In welchem Umfang nach wie vor riskante Produkte trotz EU-Verbots in den Warenkörben der Verbraucherinnen und Verbraucher landen, zeigte gerade eine aktuelle Untersuchung des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv): Demnach löschten im November 2025 die fünf meistbesuchten Online-Marktplätze EU-weit 30 Millionen Produkte, die als unsicher oder verboten eingestuft wurden. Sie hätten gar nicht erst online gestellt werden dürfen. Laut vzbv wurden auch Produkte online angeboten, für die es seit Jahren eine Warnung gibt, darunter z.B. ein mit Blei verseuchtes Kuscheltier.
Auch angesichts dieser Erkenntnisse fordert der HDE daher strengere Kontrollen, insbesondere durch den Zoll, sowie verpflichtende EU-Repräsentanten für Händler und Plattformen aus Drittstaaten, um Sanktionen durchsetzen zu können.
Die IW-Studie im Auftrag des HDE basiert auf einer repräsentativen Befragung von 4.000 Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren im Februar 2026.
