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Innenstadt: Modeshopper beklagen schlechte Erreichbarkeit

Der Mode- und Schuhhandel ist nach wie vor die wichtigste Innenstadtbranche. Zwei Drittel der Besucher kommen in die City, um sich ein neues Outfit zu kaufen. Dabei stören sie sich zunehmend an leerstehenden sowie unattraktiven Gebäuden und kritisieren die schlechte Erreichbarkeit.

 

Eine aktuelle Umfrage von Innenstadtbesuchern, die im Auftrag des BTE durchgeführt wurde, macht deutlich, wie stark Frequenz und Lebendigkeit einer Innenstadt von dem Angebot an Mode und Schuhen abhängen: Über 66 Prozent der befragten Passanten gaben an, dass der Kauf neuer Outfitartikel der wichtigste Grund für den Besuch der City ist. Jeder zweite Modeeinkauf wird dabei mit anderen Aktivitäten gekoppelt wie z.B. Arbeit, Behördengänge oder – vor allem am Samstag – Besuche der Gastronomie oder kulturelle Aktivitäten.

 

Weitere Umfrage-Ergebnisse im Detail:

 

Nach Kritikpunkten befragt, wurden von den Interviewpartnern zwei Problembereiche am häufigsten genannt: 

  1. Mehr als die Hälfte der Modekunden (54 Prozent) stört sich am unattraktiven Erscheinungsbild (Leerstände, schlechter baulicher Zustand, Ramschläden, wenig Grün, zu viel Müll und Dreck).  

  2. Fast die Hälfte (47 Prozent) kritisiert die schlechte Erreichbarkeit der Innenstädte. Das betrifft zuerst die Pkw-Kunden, aber auch der ÖPNV wird als zu unpünktlich und zu wenig verlässlich bewertet. 45 Prozent der Befragten reisten mit dem Auto an, 36 Prozent mit Bus und Bahn, 10 Prozent per Fahrrad und 7 Prozent kamen zu Fuß.

Der BTE befürchtet, dass sich die Unzufriedenheit über die schlechte Erreichbarkeit insbesondere auf die Frequenz in den Mode- und Schuhgeschäften in den Innenstädten auswirken wird, weil die Käuferquote bei den Pkw-Kunden laut der Befragung im Durchschnitt mit 43 Prozent besonders hoch ist. Wer mit dem ÖPNV anreist, kauft immerhin noch zu 34 Prozent Bekleidung, Schuhe und Accessoires. Fahrradfahrer und Fußgänger rangieren mit Kaufquoten von 27 und 22 Prozent am Ende der Skala.

Zudem kaufen Pkw-Kunden überdurchschnittlich viele Teile ein: 45 Prozent kaufen zwei bis drei Teile, 12 Prozent vier bis fünf Teile und 10 Prozent sogar mehr als fünf Teile. Bei Nutzern von Bus und Bahn sind dies immerhin noch 53 Prozent (2 bis 3 Teile), acht Prozent (4 bis 5 Teile) bzw. vier Prozent (über 5 Teile). Wer dagegen zu Fuß oder per Fahrrad in die City kommt, kauft so gut wie nie mehr als drei Teile.

Aber auch bei den Mode- und Schuhhändlern selbst sehen die Kunden Defizite. Bei der Frage nach den Wünschen der Modekunden an den Handel landete der Wunsch nach ‚mehr Events‘ mit einer Quote von 40 Prozent auf dem ersten Platz.

Umfragedesign:

Erhebungszeitraum: 35. und 37. KW 2023

Methode: Vorortbefragung von 3.587 Personen an sechs Tagen in 14 Städten (4 Großstädte, 4 Mittelstädte, 6 Kleinstädte); zusätzlich Online-Befragung von 571 Personen