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Innenstädte: Einzelhandel als Stabilitätsanker

Die Mehrheit der Innenstadtbesucher fühlt sich dort sicher. Zu diesem Sicherheitsgefühl tragen vor allem belebte Geschäfte und eine funktionierende Gastronomie bei. Gleichzeitig beklagt ein Viertel der für eine HDE-Studie befragten Passanten, dass sich die Situation verschlechtert hat.

 

Mit 78 Prozent fühlt sich die große Mehrheit der Menschen in Innenstädten in Deutschland sicher. Das ist das Ergebnis einer aktuellen, vom Handelsverband Deutschland (HDE) beauftragten Studie. Zu diesem Sicherheitsgefühl trägt der Einzelhandel entscheidend bei. 90 Prozent der Befragten nehmen Geschäfte als besonders sichere Orte wahr. Negative Wirkungen würden vor allem durch Leerstände, ein heruntergekommenes Erscheinungsbild der Städte oder Vandalismus entstehen.

 

Lebendige Innenstädte mit frequentierten Geschäften und bei Dunkelheit beleuchteten Schaufenster würden von den Menschen als sicher wahrgenommen. „Das zeigt, dass es ohne funktionierenden Einzelhandel kein erfolgreiches, belebtes und zukunftstaugliches Stadtzentrum gibt“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die Studie hatte ergeben, dass sich die Menschen in Einzelhandelsgeschäften am sichersten fühlen (90 Prozent), dicht gefolgt von der Gastronomie (89 Prozent) und Einkaufszentren (84 Prozent). Sicherheitsdefizite gäbe es vor allem im öffentlichen Raum wie in Parks und Grünflächen oder in Parkhäusern.

 

Der Abwärtstrend muss aufgehalten werden

 

„Viele Stadtzentren haben noch viel Luft nach oben. Es darf kein Dauerzustand sein, dass sich ein Fünftel der Menschen in der Innenstadt insgesamt unsicher fühlt“, betont von Preen. Der Studie zufolge gelten insbesondere auch Leerstände als großer Unsicherheitsfaktor. 73 Prozent sehen dadurch eine Minderung des Sicherheitsgefühls, 68 Prozent sogar einen stark bis sehr stark negativen Einfluss.

 

Auffällig sei auch, dass sich das Sicherheitsgefühl in den Stadtzentren in den letzten zwölf Monaten für 27 Prozent der Befragten verschlechtert hat. „Wir müssen diesen Abwärtstrend aufhalten. Die Politik muss auf allen Ebenen endlich klare Maßnahmen ergreifen und Leerstände schneller füllen oder gar nicht erst entstehen lassen.“ Der Einzelhandel brauche bessere Rahmenbedingungen auf allen Ebenen, fordert der HDE. Handlungsbedarf durch Bundesregierung und EU wird u.a. bei den Energiekosten gesehen. „Die Stromsteuer muss endlich für alle gesenkt werden. Und wir brauchen eine Gründungsoffensive für den Einzelhandel“, so von Preen.

 

Staatliche Unterstützung für innovative Geschäftskonzepte

 

Hierbei sollten die Leerstände im Rahmen einer Zwischenvermietung durch die Kommunen als Innovationsmotoren genutzt werden. Gründerinnen und Gründer sollten im Rahmen einer solchen Offensive unter anderem Mietzuschüsse und Förderungen bei der Gründung sowie für die Geschäftseinrichtung, Soft- und Hardware sowie Marketingmaßnahmen bekommen. Darüber hinaus sollen laufende Schulungen beispielsweise in Betriebsführung, oder Marketing finanziert werden. Diese Maßnahmen würden helfen, Leerstände effektiv abzubauen, den Branchenmix und somit die Attraktivität der Innenstädte zu erhöhen.

 

Über die Studie:

 

Die repräsentative Studie wurde im Auftrag des HDE vom Marktforschungsunternehmen Essentiq durchgeführt. Befragt wurden im Januar diesen Jahres 2038 Menschen zwischen 16 und 93 Jahren.