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Rabattformel

So errechnen Sie den notwendigen Mehrumsatz bei Rabattgewährung, um den Ertrag in Euro stabil zu halten:

 

MwSt.-bereinigter Rabattsatz x 100

Handelsspanne - MwSt.-bereinigter Rabattsatz – variable Kosten

 

Beispiel: Bei einem Rabatt von 10 Prozent (bereinigt 8,4 %), einer Handelsspanne von 60 und variablen Kosten von 17 Prozent (darin 16 Prozent MwSt. im Abschlag) muss 24,3 % Mehrumsatz erzielt werden!

 

Ausführlich mit diesem Thema beschäftigt sich die BTE-Fachdokumentation "Altware erfolgreich abschleusen".


Räumungsverkauf

Seit der Liberalisierung des Wettbewerbsrechts Mitte 2004 sind die sog. Sonderveranstaltungen nicht mehr ausdrücklich reglementiert. Räumungsverkäufe, Jubiläumsverkäufe und Schlussverkäufe lassen sich damit zu jedem gegebenen Anlass und ohne irgendwelche Anmeldung durchführen.

 

Eine wichtige wettbewerbsrechtliche Grenze bildet aber das Verbot der Irreführung. Darunter fällt auch das ausdrückliche Verbot von Mondpreisen. Unzulässig sein dürften ferner unechte Räumungsverkäufe oder falsche Geburtstage, wobei vor allem Grenzfälle durch die Gerichte geklärt werden müssen.

 

Weitere Hinweise zu diesem Thema finden sich in der BTE-Fachdokumentation "Altware erfolgreich abschleusen".

 

Hilfestellung bei der Planung des geeigneten Veranstaltungszeitraums, der unterstützenden Marketingmaßnahmen und bei Umsatz- sowie Ertragshochrechnungen bietet BTE-KompetenzPartner Hutter&Unger.


REACH

Am 01. Juni 2007 trat die EU-Chemikalienverordnung REACH (System zur Registrierung, Bewertung und Zulassung von chemischen Stoffen) in Kraft, die Mensch und Umwelt besser vor schädlichen Substanzen schützen soll. In erster Linie müssen aufgrund dieser Verordnung zwar die Produzenten bzw. Importeure tätig werden, doch auch der Einzelhandel ist betroffen.

 

Seit Oktober 2008 ist die Verbraucherinformationspflicht im Rahmen der europäischen Chemikalienverordnung in Kraft. Danach haben die Konsumenten das Recht, Informationen über besonders besorgniserregende Substanzen zu erhalten, die mit mehr als 0,1 Masseprozent in Fertigerzeugnissen enthalten sind. Innerhalb von 45 Tagen ab Anfrage des Verbrauchers bei Industrie oder Handel sind (kostenlos) Angaben über eine unbedenkliche Verwendung, zumindest aber der Name der betreffenden chemischen Substanz zur Verfügung zu stellen. Die Lieferanten sind verpflichtet den Handel automatisch zu informieren, wenn ihre Produkte besorgniserregende Stoffe enthalten.

 

Am 10. September 2015 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) geurteilt, dass der Grenzwert von 0,1 Masseprozent für besonders besorgniserregende Stoffe in Erzeugnissen auf alle Teilkomponenten (z.B. Knopf, Reißverschluss) von komplexen Produkten bezogen werden muss. Dies war bisher strittig.

 

Die Liste der chemischen Substanzen, die als besorgniserregend eingestuft werden, wird jährlich um weitere Chemikalien ergänzt, die auch bei der Produktion bzw. Ausrüstung von Textilien, Leder, Kunstleder sowie Federn und Daunen Verwendung finden und bislang zum Teil nicht ausdrücklich verboten waren.

 

Wichtig: Selbst wenn in einem gekauften Artikel ein "besorgniserregender" Stoff nachgewiesen wird, begründet dies allein kein Umtauschrecht des Kunden gegenüber dem Handel. Solange der Stoff nicht ausdrücklich verboten ist, besteht nämlich kein rechtlicher Mangel. Zudem haftet der Handel nicht für die Richtigkeit der Informationen seiner Lieferanten, es sei denn, er ist selbst Importeur des betreffenden Artikels.

 

Bei Verstoß gegen die Auskunftspflicht liegt eine bloße Ordnungswidrigkeit vor, für die ein Bußgeld in Höhe von max. 50.000 EUR erhoben werden kann.

 

Hinweis: Die aktuelle Liste der chemischen Substanzen sowie umfassende Informationen rund um REACH finden Sie hier.


Reklamation beim Lieferanten

Die Abwicklung von Reklamationen hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Ärgernis entwickelt. Bemängelt wird neben einer zunehmenden Reklamationsquote auch der bürokratische Wildwuchs, da die Abwicklung von Reklamationen (Anforderungen, Vorgehensweisen und Formulare) bei fast allen Lieferanten unterschiedlich abläuft und daher unnötige Arbeitszeit kostet.

 

Der BTE veranstaltet auch regelmäßig Seminare zu diesem Thema, siehe Rubrik Veranstaltungen.


RFID

Der BTE unterstützt die Einführung der Radiofrequenz-Technologie für Identifizierungszwecke (RFID). Mit RFID lassen sich in der logistischen Kette eindeutige Effizienzvorteile erzielen, die in Zukunft auch dem mittelständischen Textilfachhandel zugute kommen dürften. Der BTE wirkt in diesem Zusammenhang bei der Standardisierung von RFID-Prozessen mit und setzt sich für eine Verbreitung der RFID-Anwendung in der Textil- und Modebranche ein.

 

BTE-Fachdokumentation: RFID in der Modebranche


S

Sachverständige

Sachverständige für Textil- oder Bekleidungsmängel werden von den örtlichen Industrie- und Handelskammern ernannt.

Sachverständige siehe www.svv.ihk.de.


Saisonkennzeichnung

Einheitliche Saisonkennzeichnung verwenden

 

Der BTE appelliert an alle Modelieferanten, auf den Preisetiketten und beim elektronischen Datenaustausch (EDI) im Rahmen der Übertragung der Artikelstammdaten (PRICAT) eine einheitliche Saisonkennzeichnung zu verwenden.

 

Zur Erläuterung: Im Zuge immer schnellerer Programmwechsel benötigen Modehäuser von vielen Lieferanten oft nicht mehr die Saisonkennung, sondern z.B. den Liefermonat. Aus Gründen der Praktikabilität kann auch der vom Hersteller vorgesehene Auslieferungsmonat verwendet werden, der vom tatsächlichen Liefermonat abweichen darf. Diese Angabe auf dem Preisetikett und in den elektronischen Artikelstammdaten ist für das Verkaufspersonal wichtig, um das Alter der Artikel bei Durchsicht des Warenbestandes schnell erkennen zu können – beispielsweise für gezielte und rechtzeitige Preisreduktionen zur Vermeidung überhöhter Altwarenbestände.

 

Außerdem erleichtert eine genaue Kennzeichnung vor allem Teilzeitkräften und Urlaubsrückkehrern in der Modeberatung die Einschätzung der Aktualität der Ware. Der Handel erwartet daher von seinen Lieferanten, eine standardisierte Saisonkennzeichnung auf dem Preisetikett und beim elektronischen Datenaustausch. Die Lieferangabe muss mit Rücksicht auf die Konsumenten verschlüsselt erfolgen.

 

Die Rationalisierungsorganisation GS1 hat eine Anwendungsempfehlung im Rahmen der Connecting Fashion Business Initiative (CFB) für die Textilbranche veröffentlicht, an deren Entstehung sich auch der BTE maßgeblich beteiligt hat. Die Saisonkennzeichnung ist Bestandteil der Anwendungsempfehlung 2.0.

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Saisonkennzeichnung2012.pdf
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Saisonmarketing

Viele Modehäuser arbeiten - vor allem in der DOB - dank entsprechend gestaffelter Programme bzw. Liefertermine mittlerweile mit vier Saisons: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Gegenüber den Kunden kommunizieren sie mit Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter aber oftmals nach wie vor nur zwei Saisons.

 

Der BTE empfiehlt dem Modehandel deshalb, auf ein Vier-Saison-Konzept hinzuarbeiten. Dies sollte dann auch offensiv dem Kunden gegenüber kommuniziert werden. Marketingtechnisch und nicht zuletzt hinsichtlich der Rendite ist es lukrativer, eine neue, frische Saison mit regulären Preisen zu bewerben, als zu versuchen, eine zum Teil abgeschlossene Saison z.B. mit Preisreduzierungen ins Blickfeld der Kunden zu rücken.

 

Unterstützung bei den Themen Saison-Marketing und Optimierung von Saison-Rhythmen/Warensteuerung bieten die BTE-KompetenzPartner Hutter&Unger (Saisonmarketing) sowie hachmeister + partner (Saison-Taktung).


Sandstrahlen

Verblichene oder gar löchrige Jeans sind in Mode. Um hier den von Kunden gewünschten „used look“ herzustellen, wird in manchen Ländern (z.B. China, Bangladesch und Indien) immer noch mit hohem Druck Silikatsand auf das Gewebe gesprüht. Andere wichtige Produktionsländer wie die Türkei haben diese Technik verboten. Alternative Verfahren um einen ähnlichen look herzustellen sind bei verschiedenen Lieferanten bereits im Einsatz.

 

Beim sogenannten „Sandstrahlen“ besteht die Gefahr, dass feine Staubteile eingeatmet werden und zu erheblichen, eventuell sogar tödlichen Erkrankungen der Arbeiter führen. Das kann zwar durch penible Schutzmaßnahmen und high-tec-Maschinen vermieden werden. In den oben genannten asiatischen Ländern ist aber nicht stets diese extreme Sorgfalt und dieser technische Ausrüstungsstand gewährleistet.

 

Der BTE appelliert daher an alle Lieferanten, nach Möglichkeit alternative Techniken zur Herstellung von Jeans im „used look“ zu nutzen. Sandstrahl-Jeans sollten wegen des zu hohen Erkrankungsrisikos der Arbeiter nicht mehr auf den Markt kommen.


Schirme

Weitere Informationen finden Sie unter www.schirmfachhandel.de.


Schlussverkauf

Seit der Liberalisierung des Wettbewerbsrechts Mitte 2004 sind die Schlussverkäufe nicht mehr ausdrücklich reglementiert. Sie können damit ohne Sortimentsbeschränkung und zeitliche Vorgaben durchgeführt werden. Aus Marketinggründen hält der BTE trotzdem ein gemeinsames Vorgehen möglichst vieler Einzelhändler für sinnvoll und empfiehlt als Startzeitpunkt grundsätzlich die bisherigen Termine Ende Januar und Ende Juli.

 

Für den Winter 2020 empfiehlt der BTE einen Winterschlussverkauf-Start am 27. Januar 2020.

Für den Sommer 2020 empfiehlt der BTE einen Sommerschlussverkauf-Start am 27. Juli 2020.

 

Mit betriebswirtschaftlichen und marketingtechnischen Fragen beschäftiget sich die BTE-Fachdokumentation "Altware erfolgreich abschleusen".


Schuhe

Seit geraumer Zeit bauen die Unternehmen des Modehandels - insbes. die größeren Bekleidungshäuser, Sortimentshäuser und Waren- bzw. Kaufhäuser - ihr Schuh-Angebot aus. Die Spannweite der Schuhpräsentation reicht von kleineren Ergänzungen des Kernsortiments über Monolabel-Flächen, Shop-in-Shop oder Monolabel-Store bis hin zu größeren Schuhabteilungen.

 

Weitere Informationen zum Thema Schuhe finden Sie beim BLE Handelsverband Schuhe.


Sicherheit von Kinderbekleidung

Kordeln und Schnüre an Kinderkleidung führen immer wieder zu Unfällen, dadurch, dass sie sich in Spalten von Spielplatzgeräten, Rolltreppen, Schulbustüren oder Fahrradspeichen verfangen. Um Unfälle zu vermeiden wurde daher die Norm DIN EN 14682:2005 „Sicherheit von Kinderbekleidung – Kordeln und Zugbänder an Kinderbekleidung“ 2005 erlassen. Sie setzt Richtlinien für Kordeln und Schnüre an Bekleidung für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren fest. Danach sind Kordel und Schnüre im Kapuzen- und Halsbereich von Kleidungsstücken für Kinder bis 7 Jahren (Körperhöhe 134 cm) nicht mehr zulässig. Auch für Kinderbekleidung, die für ältere Kinder bestimmt ist, legt die Norm konkrete Sicherheitsanforderungen fest. Festlegungen wurden aber nicht nur für den Kapuzen- und Halsbereich an Kinderkleidung getroffen, sondern auch für Kordeln und Schnüre an anderen Stellen der Kleidung (Saum, Hosenbein, Taille etc.).

 

Auf Grund von Unklarheiten und Widersprüchen nach Veröffentlichung der Norm ist im Jahr 2008 eine neue Fassung der Norm (DIN EN 14682:2008) erschienen.

 

2014 wurde die Norm erneut überarbeitet. Diese Version (EN 14682:2014) wurde im März 2015 veröffentlicht. Gegenüber der Vorgängerversion wurden u.a. folgende Änderungen vorgenommen:

  • Neuer Absatz für Beutel und Täschchen, die häufig als koordinierendes Zubehör für Kinderbekleidung verkauft werden
  • Neue und überarbeitete Definitionen z.B. für gebundenen Gürtel oder Schärpe, Hosenträger, dreidimensionale Befestigung
  • Anhänge C, D erweitert bzw. verbessert
  • Verbesserte Bilder zur Darstellen der Anforderungen

Da die DIN EN 14682 gemäß Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) sicherheitsrelevante Anforderungen enthält, muss diese Norm bindend eingehalten werden. Der BTE empfiehlt deshalb dem Handel, bei der Order von entsprechender Kinderbekleidung zur eigenen Sicherheit von den Lieferanten die Einhaltung der Norm zu fordern und einen entsprechenden Passus in das Orderformular aufzunehmen.

 

Die Norm kann beim Beuth Verlag bezogen werden:

Beuth Verlag GmbH

Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin

Tel.: 030 2601-0

Fax: 030 2601-1260

E-Mail: postmaster@beuth.de

Internet: www.beuth.de


Social Media

Soziale Netzwerke wie Facebook gewinnen für die Kommunikation von Einzelhandelsunternehmen mit Kunden zunehmend an Bedeutung. Nutzungsverhalten, technische Möglichkeiten und gesetzliche Vorgaben sind einem raschen Wandel unterzogen. Unterstützung bei Planung und Umsetzung im Modehandel bietet BTE-KompetenzPartner Hutter&Unger. Die BTE-Fachdokumentation „Online-Marketing im Modehandel – Der moderne Weg zum Kunden“ vermittelt grundlegende Möglichkeiten und Anwendungsbeispiele von Netzwerken und Social Media.


Statistik

Der BTE bietet über das Institut des Deutschen Textileinzelhandels (ITE) umfangreiche statistische Materialien zur Situation des Textileinzelhandels an.

 

Darüber hinaus gehende detaillierte Angaben zu den einzelnen Kostenarten und weiteren Leistungskennziffern enthalten der "Statistik-Report des Textileinzelhandels 2018" sowie - mit Einschränkungen - das "BTE-Taschenbuch 2018" (mit Daten aus 2016); jeweils auch separat für die Teilbranchen Damenbekleidung, Herrenbekleidung, gemischtes Sortiment und Haustextilien/Betten.


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Tarifverträge

Die Tarifhoheit liegt bei den Landesverbänden des Einzelhandels. Dort und beim örtlichen Einzelhandelsverband können Tarifunterlagen angefordert werden.


Teilwertabschläge

In vielen Textilfachgeschäften steht im Frühjahr die Bewertung des Warenlagers für die steuerliche Ermittlung des Vorjahres-Gewinns an. Dabei ist die Festlegung der Teilwertabschläge nach wie vor ein zentraler Streitpunkt im Falle von Betriebsprüfungen durch das zuständige Finanzamt. Den BTE erreichen immer wieder Meldungen aus dem Handel, dass viele Prüfer sich schwer tun, Mode bedingte Abwertungen zu akzeptieren. Insbesondere die pauschalen Abwertungen allein nach Altersklassen führen immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt. Mitunter wird sogar der Ansatz von Teilwertabschlägen komplett abgelehnt.

 

Die Abschläge sollten also gut begründet werden. Um steuerlich anerkannt zu werden, müssen Prognosen hinsichtlich der zu erwartenden Preissenkungen und des Umfangs des betroffenen Warenbestands durch betriebliche Unterlagen belegt werden. Dazu müssen Aufzeichnungen über die tatsächlichen Preisherabsetzungen geführt werden. Der Bundesfinanzhof hat in diesem Zusammenhang nach Artikeln und Gängigkeitsgruppen gegliederte Minuslisten akzeptiert, in denen die Preisabschläge festgehalten sind. Die Aufzeichnungen müssen dann erkennen lassen, inwieweit die Reduzierungen auf die am Bilanzstichtag vorhandenen und auf die erst später hinzugekommenen Waren entfallen.

 

Um darüber hinaus den Modewechsel und damit die Notwendigkeit von Preisreduzierungen zu dokumentieren, kann das Sammeln von entsprechenden Zeitschriftenartikeln und auch von Reduzierungsanzeigen sinnvoll sein. Darüber hinaus kommen als Nachweismittel in Betracht: geänderte Preisschilder, Inventurverzeichnisse, Verzeichnisse über Altwarenprämien und Vernichtungsprotokolle bzw. –listen für ausgesonderte Waren.

 

Eine hilfreiche Argumentationshilfe sind in diesem Zusammenhang auch Vergleichswerte von Kollegen. In diesem Zusammenhang kann z.B. der BTE-Jahresbetriebsvergleich genutzt werden, in dem u.a. der angesetzte Teilwertabschlag erhoben wird. Siehe Betriebsvergleich.

 

Vergleichswerte des BTE-Jahresbetriebsvergleichs für angesetzte Teilwertabschläge des Jahres 2017 sind im BTE-Taschenbuch 2019 veröffentlicht.

 

In der BTE-Fachdokumentation "Inventur und Inventurdifferenzen im Modehandel" beschäftigt sich ein Kapitel mit der Bewertung des Warenlagers.

 

Aktuelle Umfrage zu Teilwertabschlägen

Der BTE führt zusammen mit seinen Schwesterverbänden BDSE und BLE eine spezielle Umfrage über angesetzte und anerkannte Teilwertabschläge im Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandel durch. Abgefragt wird hier der angesetzte Teilwertabschlag im jeweiligen Jahr gemäß Steuererklärung, nicht die Abschläge nach Altersklassen. Die wichtigsten Details:

  • Der Fragebogen umfasst lediglich eine Seite und kann daher sehr schnell ausgefüllt werden
  • Es gibt keinen Einsendeschluss, die Daten werden regelmäßig aktualisiert.
  • Die Teilnahme ist kostenfrei

Das bedeutet: Jeder Modehändler kann jederzeit an der Umfrage teilnehmen, seine Daten melden und enthält anschließend die regelmäßig aktualisierten Durchschnittswerte (und ggf. Bandbreite, Median etc.) per E-Mail zugeschickt. Voraussetzung zum Erhalt der Daten ist also immer eine Meldung der eigenen Teilwertabschläge.

 

Hinweis: Es ist verständlich, dass zu Beginn einer Umfrage erst einmal eine repräsentative Zahl von Meldungen gesammelt werden muss, um erste Durchschnittswerte seriös errechnen zu können. Der BTE appelliert daher an alle interessierten Textileinzelhändler, sich möglichst schnell an der Umfrage zu beteiligen, um schon bald Vergleichswerte zu erhalten.

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Umfrage Teilwertabschläge.pdf
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Textilbündnis

Der deutsche Einzelhandel leistet einen wesentlichen Beitrag für die soziale, ökologische und ökonomische Gestaltung der textilen Wertschöpfungskette. Die Branche unterstützt daher die Bildung eines Textilbündnisses, in dem Vertreter der Bundesregierung, der Wirtschaft, der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeiten.

 

Rund 150 Teilnehmer, darunter auch Handelsunternehmen sowie deren Lieferanten versuchen gemeinsame Ziele und Wege für eine Verbesserung der ökologischen Situation und bei den Arbeitsverhältnissen der textilen Kette in der dritten Welt zu schaffen. Hierzu hat das Textilbündnis eine Reihe von Facharbeitskreisen eingerichtet, in denen jeweils auch Vertreter der einzelnen Handelsverbände mitarbeiten. Der BTE ist in den Arbeitskreisen „Chemikalien“ sowie „Naturfasern“ vertreten.

 

Nach Abschluss der Arbeiten in den Arbeitskreisen sind die Teilnehmer aufgerufen, anhand der einzelnen Themenblöcke den eigenen Status festzulegen und Ziele zu formulieren.

 

Allgemeine Informationen vom HDE zum Bündnis für nachhaltige Textilien finden Sie auf www.einzelhandel.de.

 

HDE-Homepage: Policy „Verantwortlich handeln - Bekenntnis zu den sozialen Bündniszielen"

 

www.textilbuendnis.com

 

Kurzvideos - Chemikalienmanagement

 

Im Rahmen der Bündnisinitiative Chemikalien- und Umweltmanagement wurden drei Kurzvideos zum Thema Chemikalienmanagement in der Textilproduktion erstellt, mit dem vordergründigen Ziel Grundwissen im Bereich Chemikalienmanagement zu vermitteln.

 

Die Videos stehen hier kostenfrei zur Verfügung und können auch gerne mit den Produzenten geteilt werden. Um mit den Videos möglichst viele der Fabriken erreichen zu können, werden diese zukünftig mit verschiedenen Untertiteln (z.B. bangla, vietnamesisch und burmesisch) verfügbar sein.

 

Inhaltlich decken die Videos dabei verschiedene Bereiche ab:

  • Von Chemikalien in der Textilproduktion und ihre Auswirkungen auf die Umwelt
  • Eingeschränkte bzw. verbotene Substanzen und der Umgang mit den Chemikalien-Inventaren, MRSLs und RSLs.
  • Sicheres Chemikalienmanagement in der eigenen Produktionskette mit Informationen zu Risk Assesments und Risk Management sowie des sicheren Chemikalienhandlings hinsichtlich des Umgangs mit Chemieabfällen und Abwässern.

Textil-Recycling

Die Mitgliedsfirmen im Fachverband Textil-Recycling legen offen, welche Firmen, Organisationen und Vertragspartner an der Sammlung von Altkleidern beteiligt sind. Sie erteilen Auskunft über Exportwege und Importländer, soweit dies in Abhängigkeit von der Tiefe der Handelsketten möglich ist.

 

Weitere Informationen erhalten Sie beim

Fachverband Textil-Recycling des bvse
(Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.)

Tel.: 0711 551441

E-Mail: info@bvse.de

Internet: www.fachverband-textil-recycling.de


Textilkennzeichnung im Online-Shop

Praktisch jedes größere Modefachgeschäft verfügt mittlerweile über einen eigenen Internet-Auftritt. Und eine steigende Zahl nutzt ihre Website auch zum Verkauf - auch wenn dort längst nicht immer das ganze Sortiment angeboten wird.

 

In diesem Zusammenhang wichtig zu wissen: Wer Textilien über Internet oder auch über Kataloge zur Bestellung anbietet, muss darin laut § 1 Absatz 2 des Textilkennzeichnungsgesetzes auch die vorgeschriebenen Rohstoffangaben bekannt machen. An welcher Stelle diese aufgeführt werden müssen, ist bei Katalogen klar, bei Internet-Seiten allerdings nicht.

 

Genau diese Unsicherheit wird aktuell für Abmahnungen missbraucht. Einige Online-Anbieter von Textilien erhielten zuletzt Unterlassungserklärungen zugeschickt, weil die Rohstoffangaben nicht schon beim ersten Bild der angebotenen Ware aufgeführt sind, sondern erst auf einer Detailseite, über die dann auch die Bestellung läuft. Und bislang ist auch gerichtlich noch nicht endgültig geklärt, an welcher Stelle einer Website die Rohstoffangabe erfolgen muss.

 

BTE-Tipp: Wer entsprechende Abmahnungen umgehen will, sollte schon beim ersten Produktbild (und ggf. allen weiteren) die Rohstoffangabe aufführen.

 

Hinweise zu diesem Thema finden sich auch in dem Buch "Kommentar zur europäischen Textilkennzeichnungsverordnung".


Textilkennzeichnungsgesetz

Es kommt immer wieder vor, dass die zuständigen Behörden die Richtigkeit der Textilkennzeichnung kontrollieren. So wurde z.B. vor einiger Zeit ein Kleidungsstück von der zuständigen Aufsichtsbehörde beschlagnahmt, weil auf dem Etikett nur das englische „Silk“ statt der vorgeschriebenen deutschen Bezeichnung „Seide“ stand.

 

Tatsache ist: Das Textilkennzeichnungsrecht schreibt deutsche Bezeichnungen vor, wenn die Ware in Deutschland verkauft wird, zusätzliche Angaben in anderen Sprachen sind jedoch zulässig. Die Art der Bezeichnung ist vorgeschrieben (siehe Anhang der Textilkennzeichnungsverordnung der EU). Zusätzliche Produktnamen (z.B. Lycra) dürfen verwendet werden, müssen aber von der Rohstoffangabe deutlich abgesetzt sein.

 

Nicht zulässig ist der Gebrauch von Abkürzungen. Dies ist nur unter strengen Auflagen im Schriftverkehr zwischen den Vorstufen oder mit dem Einzelhandel erlaubt. An der Ware selbst muss immer die Angabe in der deutschen Langfassung angebracht sein.

 

Konsequenz: Sollte die Textilkennzeichnung fehlen oder falsch sein, ist dies ein Mangel, der zur Reklamation berechtigt – und zwar den Einzelhändler und den Endverbraucher. Zumindest der Händler muss dies allerdings unverzüglich nach Erhalt der Ware (Stichproben notwendig!) tun. Bei Verstößen drohen Geldbußen bis zu 10.000 Euro.

 

Im Gegensatz zur Textilkennzeichnung ist die Pflegekennzeichnung dagegen freiwillig, muss dann allerdings korrekt sein.

 

Hinweis: Auszüge aus der TextilkennzeichnungsVO sind u.a. im BTE-Taschenbuch enthalten. Das BTE-Taschenbuch ist zum Preis von 22 EUR zzgl. MwSt. und Versand zu bestellen beim ITE-Verlag, E-Mail: itebestellungen@bte.de.


Textil-Siegel: Grüner Knopf

Nach Plänen des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) soll mit dem „Grünen Knopf“ im Laufe des Jahres 2019 ein neues freiwilliges, staatliches Textil-Siegel auf den Markt kommen. Dieses soll, vereinfacht ausgedrückt, nachhaltig produzierte Kleidung kennzeichnen und direkt an den Produkten angebracht werden.

 

In Deutschland gibt es diverse Siegel im Textilbereich, hinter denen zum Teil sehr unterschiedliche Inhalte und Ansprüche stehen. Einige konzentrieren sich vorrangig auf Umweltaspekte, andere auf Sozialkriterien. Der „Grüne Knopf“ soll, nach Ansicht des Ministeriums, künftig beides vereinen und „Klarheit im Siegel-Dschungel“ schaffen.

 

Unternehmen, die das Siegel beantragen, müssen nachweisen, dass sie ihren unternehmerischen Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Lieferkette nachkommen.

 

In der Anfangsphase soll es rund 40 unternehmens- und produktbezogene Kriterien geben, die erfüllt werden müssen. So müssen beispielweise verschiedenste giftige Chemikalien aus dem Produktionsprozess verbannt werden. Schrittweise sollen weitere Anforderungen integriert werden, beispielsweise ein nachhaltiges Wassermanagement in der Baumwollproduktion. Bei der Beantragung können die Unternehmen ggf. auf bestehende, private Siegel zurückgreifen, die auf diese Weise eingebunden werden.

 

Der „Grüne Knopf“ soll mit einem Fokus auf der Konfektionierung starten, die anderen Produktionsstufen folgen, bis am Ende die gesamte Lieferkette abgebildet ist. Eine Multistakeholder-Jury soll jeweils prüfen, ob die Antragsteller alle Voraussetzungen erfüllen. Der Einzelhandel soll in dieser Jury mitwirken. Letztliche Entscheidungsinstanz soll allerdings das BMZ bleiben.

 

Die Idee eines staatlichen Produktsiegels, das dem Verbraucher eine allumfassende Orientierung bietet, ist nicht ganz neu. Bereits 2014 hatte Minister Müller den „Grünen Knopf“ das erste Mal ins Spiel gebracht, war aber mit der Etablierung des „Meta-Siegels“ bislang gescheitert.

 

Für den BTE ist auch heute ungewiss, ob die Einführung eines General-Siegels gelingt. Es ist zum einen fraglich, ob aufgrund zumeist sehr komplexer textiler Lieferketten durchgehend garantiert werden kann, dass tatsächlich alle Produktionsbedingungen durchgehend einwandfrei sind bzw. den Anforderungen genügen. Eine Garantieerklärung, dass sämtliche ökologische und soziale Standards in der gesamten Lieferkette eingehalten werden, würde eine permanente und vollständige Überwachung voraussetzen, was einen hohen bürokratischen Aufwand nach sich ziehen würde. Gerade für mittelständische Unternehmen wäre dies kaum zu bewältigen.

 

Zum anderen ist zu bedenken, dass oftmals die politischen Bedingungen in den Lieferländern den Rahmen für die Produktion vorgeben und sich von Unternehmen nur schwer ändern lassen. Letztendlich muss man aufpassen, dass anstatt Klarheit nicht nur ein weiteres Siegel mit hohem bürokratischen Aufwand und wahrscheinlich auch zusätzlichen Kosten geschaffen wird.

 

Bisher haben nur vereinzelt Einzelhandelsunternehmen ihr Interesse an einer Beteiligung am „Grünen Knopf“ bekundet. Selbst einige NGO´s sehen die Einführung des neuen Meta-Siegels skeptisch.

 

Im März 2019 wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein technisches Referenzdokument veröffentlicht, welches die Strukturen, Prozesse und Kriterien des Grünen Knopfes definiert.

 

Kernelemente dieses Referenzdokumentes sind:

  • Der Grüne Knopf soll ein staatliches Metasiegel für sozial- und ökologisch produzierte Textilien sein, die von verantwortungsvoll handelnden Unternehmen in Verkehr gebracht werden.
  • Der Grüne Knopf wird als nationale Gewährleistungsmarke gemäß § 106 (a-h) Markengesetz eingetragen. Das ist eine neue gesetzliche Grundlage die im Januar 2019 in Kraft getreten ist. Der Grüne Knopf wird als erster davon Gebrauch machen. Die Beantragung wird aktuell vorbereitet und soll in der 2. Jahreshälfte 2019 erfolgen.
  • Produkte, die sich für den Grünen Knopf „eignen“: Textilien, insbesondere Bekleidung, textile Mode-Accessoires, textile Spielzeuge, Heimtextilien sowie Matratzen und Bettwaren.
  • Es wird Kriterien für das Produkt, aber auch das Unternehmen geben.
  • Bei den Unternehmenskriterien wird die Sorgfaltspflicht der Unternehmen geprüft. Hierbei orientiert man sich an den 5 Kernelementen des NAP:

1. Unternehmenspolitik ausrichten (Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte und Schutz der Umwelt)

2. Risiken identifizieren und priorisieren (Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Menschenrechte und die Umwelt)

3. Effektive Maßnahmen ergreifen (Maßnahmen zur Abwendung potenziell negativer Auswirkungen und Überprüfung der Effektivität dieser Maßnahmen)

4. Transparent berichten (Berichterstattung)

5. Beschwerden berücksichtigen (Beschwerdemechanismus)

 

Es gibt eine Ausnahmeregelung, bei der die Unternehmenskriterien als erfüllt gelten: für kleine Unternehmen, die als Teil eines Standardsystems zertifiziert sind, an einem Mechanismus zur kollektiven Risikoanalyse teilnehmen (z.B. Multi-Stakeholder-Initiative), sich für Nachhaltigkeit im Textilsektor einsetzten und konkrete Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau vereinbaren.

  • Die produktbezogenen Kriterien betreffen die Herstellung des Produktes. In der Einführungsphase (2019-2022) fokussiert man sich auf die Sozialstandards in Konfektionsbetrieben (Cut, Make, Trim) und Umweltstandards in Betrieben der Textilveredlung („Nassprozesse“). Erfüllung muss durch Siegel nachgewiesen werden! Aktuell anerkannte Siegel:

1. Soziales, Umwelt und Glaubwürdigkeit

  • Global Organic Textile Standard, GOTS
  • Naturtextil IVN zertifiziert BEST
  • OEKO-TEX Made in Green

 2. Soziales und Glaubwürdigkeit

  • Fair Wear Foundation Leader Status, FWF
  • Fairtrade Textilstandard

3. Umwelt und Glaubwürdigkeit

  • Blauer Engel für Textilien
  • Bluesign product

4. Eine Kombination der Siegel ist möglich

 

5. Unternehmenseigene Siegel, wenn die Kriterien für Soziales und Umwelt, sowie die Kriterien für eine glaubwürdige Umsetzung gewährleistet werden können.


Tragetaschen

Transportkosten

Viele Einzelhändler finden auf ihrer Lieferantenrechnung statt einer detaillierten Auflistung der angefallenen Transportkosten lediglich einen Pauschalbetrag. Sie können damit die Rechtmäßigkeit der geforderten Summe nicht überprüfen und laufen Gefahr, überhöhte Transportkosten zu bezahlen.

 

Der BTE empfiehlt dem Textileinzelhandel daher, keine pauschalierten Transportkosten zu akzeptieren. Vielmehr sollte er ggf. auf die Einheitsbedingungen der deutschen Textilwirtschaft verweisen, die dem Handel in § 1 Abs. 2 ("Der Käufer kann den Frachtführer bestimmen.") die Wahl des Lieferweges überlassen.

 

Kostenvorteile/Sonderkonditionen bei Paket- und Hängeversendern erhalten Mitglieder der EFG, der Vorteilsgemeinschaft für den Fachhandel.


Transportverpackungen

Lieferanten in der Pflicht

 

Das neue Verpackungsgesetz enthält u.a. eine Präzisierung bezüglich der Rücknahmepflicht von Transportverpackungen durch die Hersteller. Während in der alten Verpackungsverordnung ungeklärt war, wer die Kosten für die Rücknahme trägt, obliegt dies seit 1. Januar 2019 eindeutig dem Hersteller.

 

So heißt es in § 15 des neuen Verpackungsgesetz: „Hersteller und in der Lieferkette nachfolgende Vertreiber von Transportverpackungen … sind verpflichtet, gebrauchte, restentleerte Verpackungen der gleichen Art, Form oder Größe wie die von ihnen in Verkehr gebrachten am Ort der tatsächlichen Übergabe oder in dessen unmittelbarer Nähe unentgeltlich zurückzunehmen."

 

BTE-Tipp: Sprechen Sie Ihre Lieferanten auf die neue Gesetzeslage an und fragen Sie nach Rücknahmemöglichkeiten. Wenn diese nicht praktikabel umsetzbar sind, so verlangen Sie ggf. eine anteilige Erstattung Ihrer Entsorgungskosten. Schließlich droht dem Lieferant bei einer Verweigerung gemäß § 34 Verpackungsgesetz ein Bußgeld bis zu 100.000 Euro.


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Unternehmensberatung